November 13, 2018 / 10:52 AM / a month ago

EZB-Direktorin warnt vor laxerer Kontrolle von Banken

European Central Bank (ECB) executive board member Sabine Lautenschlaeger delivers her keynote speech during the annual regulatory conference of Austrian markets watchdog FMA in Vienna September 30, 2014. REUTERS/Heinz-Peter Bader (AUSTRIA - Tags: BUSINESS POLITICS)

Frankfurt (Reuters) - EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger hat davor gewarnt, zehn Jahre nach der Finanzkrise bei der Aufsicht der Bankenbranche nachzulassen.

“Wir sollten uns alle daran erinnern, dass die Lehre aus der Krise klar war: Eine Regulierung und Aufsicht der leichten Hand über den Bankensektor funktioniert nicht”, sagte das deutsche Mitglied im sechsköpfigen Führungsteams der Europäischen Zentralbank (EZB) am Dienstag auf einer Finanzkonferenz in Frankfurt. Zwar seien die Geldhäuser inzwischen widerstandsfähiger geworden. Sie sei aber noch nicht ganz zufrieden mit der aktuellen Situation.

Aufseher müssten weiterhin streng sein bei Banken. “Und die Gesetzgeber sollten sie unterstützen”, sagte Lautenschläger, die auch stellverstretende Chefin der EZB-Bankenaufsicht ist. Am Montag hatte bereits der Chef der deutschen Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld, vor einer Aufweichung der seit der Krise eingeführten strengeren Regeln für Banken und Finanzmärkte gewarnt.

Lautenschläger sprach sich erneut für eine stärkere Konsolidierung des stark zersplitterten Bankenmarktes aus. Vor allem Deutschland habe sehr viele und sehr viele kleine Banken, sagte die frühere BaFin-Exekutivdirektorin und Bundesbank-Vizepräsidentin. “Wir haben viele Banken in Deutschland und ganz sicher sind Diskussionen über Bankenfusionen in Deutschland eine gute Idee. In Deutschland wären die Synergien innerhalb des Landes sehr hoch.”

Lautenschläger und die Chefin der EU-Bankenabwicklungsbehörde SRB und frühere Bafin-Chefin Elke König sprachen sich für mehr grenzüberschreitende Fusionen und Übernahmen im Finanzsektor aus. Einig waren sie sich allerdings auch dabei, dass dies nicht dazu führen dürfe, dass die neuen Unternehmen dann zu groß und zu komplex werden, um im Fall einer Krise abgewickelt zu werden, ohne größeren Schaden für den Steuerzahler anzurichten. “Es geht darum was rauskommt, wir sollten jedenfalls keine Einheiten schaffen, die dann ‘too big to fail sind’”, sagte König.

In der Finanzkrise vor rund zehn Jahren mussten viele Banken mit Steuergeld gerettet werden, weil sie aufgrund ihrer schieren Größe nicht einfach geschlossen werden konnten. In vielen Ländern wurden deshalb viele Milliarden in die Institute gepumpt, um diese zu stabilisieren. Letztlich ist das Problem von zu großen, zu komplexen und zu vernetzten Geldhäusern aber bis heute nicht gelöst. Riesige Bankkonzerne wie zum Beispiel JP Morgan in den USA oder auch die Deutsche Bank müssten auch heute noch im Krisenfall mit Steuergeld vor dem Kollaps bewahrt werden.

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