July 31, 2019 / 9:15 AM / in 4 months

Euro-Wirtschaft halbiert Wachstum - Dennoch weniger Arbeitslose

European Union flags flutter outside the European Commission headquarters, in Brussels, Belgium June 30, 2019. REUTERS/Yves Herman

Brüssel/Berlin (Reuters) - Die Wirtschaft der Euro-Zone hat ihr Wachstum im zweiten Quartal angesichts von schwächerer Weltkonjunktur, Handelskonflikten und nahendem Brexit halbiert.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte zwischen April und Juni nur noch um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in einer Schnellschätzung mitteilte. Ökonomen hatten mit einem Plus in dieser Höhe gerechnet, nach einem Anstieg von 0,4 Prozent zu Jahresbeginn. Details zur Entwicklung von Konsum, Exporten und Investitionen wurden noch nicht genannt.

Während die nach Deutschland zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft Frankreich im Frühjahrsquartal ebenfalls um 0,2 Prozent wuchs, ging es in Spanien um 0,5 Prozent bergauf. Daten für Deutschland werden erst am 14. August vorgelegt. Das Berliner DIW-Institut erwartet “kaum mehr als eine Stagnation”. Wegen der Konjunktureintrübung und der niedrigen Inflation hat die Europäische Zentralbank eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik signalisiert. EZB-Chef Mario Draghi zufolge werden mehrere Optionen geprüft - von der Wiederaufnahme von Anleihekäufen bis hin zu höheren Strafzinsen für Geld, das Banken bei der EZB parken.

Die internationalen Handelskonflikte und der Brexit sorgen derzeit für Verunsicherung bei vielen Unternehmen. Die EU-Kommission rechnet deshalb für das Gesamtjahr nur mit einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent in der Euro-Zone, das sich 2020 auf 1,5 Prozent erhöhen soll.

Trotz der Konjunkturabkühlung läuft es am Jobmarkt in der Währungsunion aber noch rund. Im Juni fiel die Arbeitslosenquote auf den tiefsten Stand seit elf Jahren. Der um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Wert lag bei 7,5 Prozent. Demnach waren knapp 12,4 Millionen registrierte Menschen im Euroraum auf Jobsuche - dies waren 45.000 weniger als im Vormonat und 1,032 Millionen weniger als vor einem Jahr.

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