July 5, 2013 / 9:54 AM / 6 years ago

China rechnet mit Lösung in Solarstreit mit EU

Hongkong/Shanghai (Reuters) - Im milliardenschweren Solarstreit mit der Europäischen Union (EU) rechnet China mit einer schnellen Lösung.

Schon im kommenden Monat könne eine Einigung erzielt werden, sagte Sun Guangbin, Generalsekretär der Solarabteilung der für die Branche zuständigen Handelsorganisation und Teilnehmer der Verhandlungen mit der EU, am Freitag. “Wir glauben, dass wir eine große Chance haben, den Streit zu klären.” Details nannte er nicht. Die Zeitung “Shanghai Securities News” berichtete, die Regierung in Peking sei zu Kompromissen bereit. In dem Konflikt geht es um Solarpanels im Volumen von 21 Milliarden Euro, die Firmen wie Trina Solar, Yingli Green Energy oder Suntech Power nach Europa liefern. Die Aussicht auf eine baldige Lösung stützte die Aktien von deutschen Unternehmen wie Wacker Chemie und SMA.

Die Volksrepublik schlage eine Obergrenze für das jährliche Exportvolumen von Solarmodulen vor, berichtete die Zeitung. Außerdem sei ein Mindestpreis für Ausfuhren in die EU vorgesehen. Damit soll der potenziell für beide Seiten sehr teure Handelskonflikt, der sich zuletzt hochgeschaukelt hatte, entschärft werden. Die Zeitung berief sich auf einen Vertreter der einflussreichen chinesischen Wirtschaftsplanungs- und Reformkommission.

CHINA WILL EIGENE SOLARKRAFTWERKE AUSBAUEN

Im Gegenzug soll die EU auf die chinesischen Solar-Produkte keine oder nur sehr geringe Steuern erheben. Die EU ist ein wichtiger Exportmarkt für die chinesischen Solarkonzerne, etwa die Hälfte der Panels geht nach Europa. Die Regierung in Peking will dem Bericht zufolge nun die Abhängigkeit der Solarbranche von den Exporten verringern und dazu die heimische Solarstrom-Erzeugung ausbauen. Bis 2020 sollen Solarkraftwerke mit einer Leistung von 100.000 Megawatt in Betrieb sein - Ende 2010 waren es nur 800 Megawatt.

In Europa sind auf Solarmodul-Importe vor kurzem Strafzölle verhängt worden. Die Europäer werfen den chinesischen Herstellern vor, mit Preisen unterhalb der Herstellerkosten den europäischen Markt zu fluten und die heimischen Konkurrenten zu verdrängen. Die Produktion von Solaranlagen in China wurde von 2009 bis 2011 um das Vierfache gesteigert, inzwischen übertrifft das Angebot der chinesischen Unternehmen die weltweite Nachfrage. Deutsche Firmen leiden massiv unter dieser Entwicklung und dem damit verbundenen Preisverfall. Viele Unternehmen, einst weltweit führend, sind in schwere Schieflage geraten oder mussten sogar Insolvenz anmelden. Erst am Freitag trat Conergy den Gang zum Insolvenzrichter an.

Als Reaktion auf den Solarstreit wirft China europäischen Winzern vor, dank Subventionen zu Niedrigst-Preisen ihre Produkte im Reich der Mitte anzubieten. Peking hat ein entsprechendes Prüfverfahren eingeleitet. Dieses könnte vor allem französische Winzer hart treffen.

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