February 22, 2009 / 10:15 AM / 11 years ago

IWF unterstützt Euro-Zonen-Bond - Gefahr durch Osteuropa

Rom (Reuters) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat sich für eine gemeinsame Anleihe der Euro-Staaten ausgesprochen.

Dies sei der richtige Ansatz, um die Wirtschaftskrise zu bekämpfen, sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Samstag. Eine Euro-Zonen-Anleihe würde die Bonität von schwächeren EU-Staaten wie Griechenland, Irland oder Italien stützen, die in der Finanzkrise massiv unter Druck geraten sind und deutlich höhere Zinsen für ihre Staatsanleihen bezahlen müssen. Deutschland lehnt den Vorschlag bisher ab. Italiens Wirtschafsminister Giulio Tremonti sagte auf der gemeinsamen Pressekonferenz in Rom, er sehe immer mehr politische Unterstützung für eine Euro-Zonen-Anleihe.

Strauss-Kahn warnte, dass sich die Wirtschaftskrise durch die angespannte Lage in Osteuropa weiter zuspitzen könnte. Er sehe ein hohes Risiko, dass die Wirtschaft in der Eurozone 2009 stärker schrumpft als bisher angenommen. Derzeit geht der IWF von einem Minus von zwei Prozent aus. Angesichts der Währungskrise und den Leistungsbilanzdefiziten in vielen Schwellenländern sei in den kommenden Wochen eine “erhöhte Wachsamkeit” nötig, mahnte der IWF-Chef.

Die Staaten der Euro-Zone würden bei einer gemeinsamen Anleihe von der guten Bonität Deutschlands profitieren, dem am Kapitalmarkt seine Stellung als größter Emittent von Staatsanleihen erstklassiger Sicherheit zugutekommt. Für Deutschland würde sich die Kapitalaufnahme aber womöglich verteuern, weil eine gemeinsame Anleihe unterm Strich voraussichtlich schlechtere Bedingungen mit sich bringt als ein rein deutsches Angebot.

EZB-Spitzenbanker Lorenzo Bini Smaghi sagte zu der Idee einer Euro-Zonen-Anleihe, dass noch eine Reihe von Einzelheiten ausgearbeitet werden müsse. “Niemand hat bislang definiert, wie der Bond aussieht, wie er begeben werden soll, und wer für ihn bezahlt und garantiert”, sagte das EZB-Direktoriumsmitglied. Zudem müsse geklärt werden, ob die Kommission ihn emittieren soll oder die Mitgliedsstaaten in einer gemeinschaftlichen Aktion. Da diese Details bislang fehlten, könne man noch nicht über den Vorschlag urteilen, fügte Smaghi hinzu.

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