November 26, 2018 / 11:58 AM / 15 days ago

EZB-Direktorin erwartet Zinserhöhung im "Sommer oder Herbst" 2019

The skyline with its financial district and the head quarters of the European Central Bank (ECB,C) is photographed on early evening in Frankfurt, Germany, October 5, 2018. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin (Reuters) - Trotz jüngst abflauender Konjunktur geht EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger davon aus, dass nächstes Jahr der Leitzins steigt.

“Womöglich im Sommer oder Herbst”, sagte sie in einem am Montag auf der Internet-Seite der EZB erschienenen Interview der Nachrichtenagentur AFP. Wann der genaue Zeitpunkt für eine Straffung gekommen sei, hänge letztlich von den dann aktuellen Konjunkturdaten ab. Laut der Sprachregelung der EZB wird der Leitzins, der seit März 2016 bei 0,0 Prozent liegt, 2019 “über den Sommer hinweg” nicht angetastet werden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zudem in Aussicht gestellt, ihre billionenschweren Anleihenkäufe Ende dieses Jahres einzustellen. Nach Ansicht Lautenschlägers zeichnet sich nichts am Horizont ab, was diese Pläne durchkreuzen könnte. Die Käufe von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren waren in den vergangenen Jahren das wichtigste Instrument der EZB im Kampf gegen eine schwache Konjunktur und eine aus ihrer Sicht zu niedrige Inflation.

Ab nächstem Jahr will sie keine neuen Papiere mehr hinzukaufen, sondern nur noch auslaufende ersetzen. Die EZB hat angekündigt, diese Politik dann geraume Zeit beizubehalten. Lautenschläger mahnte in dem Interview zur Vorsicht. “Wir sollten uns mit Blick auf die Reinvestitionen nicht für eine lange Zeit binden. Denn wir können nicht ausschließen, dass wir unser Inflationsziel früher als erwartet erreichen oder dass sich vermehrt negative Nebeneffekte unserer lockeren Geldpolitik einstellen”, sagte die deutsche EZB-Direktorin.

EZB-Chefökonom Peter Praet hat signalisiert, dass die Währungshüter auf ihrer Dezember-Sitzung wohl präzisieren werden, was sie unter einer Reinvestitionspolitik für geraume Zeit verstehen. An den Märkten gilt es als wahrscheinlich, dass damit rund zwei bis drei Jahre gemeint sind.

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