June 4, 2020 / 5:11 AM / a month ago

Wirtschaft warnt - Vorgaben zu Nachhaltigkeit werden Firmen viel Geld kosten

FILE PHOTO: The new 100 and 200 euro banknotes are presented at the headquarters of Germany's Federal reserve Bundesbank in Frankfurt, Germany, May 21, 2019. REUTERS/Kai Pfaffenbach/File Photo

Berlin (Reuters) - Die Wirtschaft warnt vor bürokratischen und finanziellen Zusatzbelastungen im Rahmen schärferer Unweltvorgaben am Kapitalmarkt.

Es werde künftig mehr Pflichten geben, Informationen zur Nachhaltigkeit von wirtschaftlichen Tätigkeiten bereitzustellen, hieß es in einer Studie des Centrums für Europäische Politik, die der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag vorlag. “Kapitalmarktorientierte Unternehmen müssen mit einem erhöhten Informationsbedarf ihrer Kapitalgeber ab März 2021 rechnen, weil Finanzmarktteilnehmer und Finanzberater den Kleinanlegern ab diesem Zeitpunkt Informationen über die Nachhaltigkeitsaspekte von Wertpapieren vorlegen müssen.” Ein weiterer Anstieg des Informationsbedarfs trete dann ab 2022 für alle Unternehmen ein.

Mit dem “Green Deal” hat sich die neue EU-Kommission unter Führung von Ursula von der Leyen mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. So soll ein einheitliches Schema zur Bewertung von Nachhaltigkeit geschaffen werden. Diese sogenannte Taxonomie soll festlegen, welche Wertpapiere und wirtschaftliche Aktivitäten als nachhaltig gelten können.

“Das trifft die Unternehmen in einer Phase, in der sie mitten in herausfordernden Transformationsprozessen stecken und nun auch noch die Auswirkungen der Corona-Pandemie verkraften müssen”, sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, der die Studie in Auftrag gegeben hat. Die Zusatzbelastungen seien unverhältnismäßig. Eine genaue Summe wird allerdings in der Studie nicht genannt. Brossardt sieht auch die Gefahr, dass Wertschöpfungsketten in der Wirtschaft künftig nicht mehr funktionieren. Unternehmen, die die Taxonomie-Kriterien nicht erfüllten, drohten zudem schlechtere Finanzierungsbedingungen und ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit.

Die Deutsche Bank hat diese Woche mit einer sogenannten “grünen Anleihe” eine halbe Milliarde Euro von Investoren eingesammelt. Das Institut will mit dem Geld Öko-Projekte wie etwa den Ausbau Erneuerbarer Energien finanzieren. Die Rating-Agentur Moody’s rechnet bei Green Bonds 2020 mit einem weltweiten Volumen von 175 bis 225 Milliarden Dollar. Damit sind sie aber immer noch ein Nischenprodukt im globalen Anleihemarkt.

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