April 22, 2016 / 6:12 AM / 4 years ago

US-Handelsbeauftragter - USA wollen kein TTIP-Light

U.S. Trade Rep. Michael Froman is pictured before a meeting with Canadian Trade Minister Ed Fast (unseen) during meetings for the Trans-Pacific Partnership (TPP) in Lahaina, Maui, Hawaii July 29, 2015. Pacific Rim officials meet in Hawaii this week for talks that could make or break an ambitious trade deal which aims to boost growth and set common standards across a dozen economies ranging from the United States to Brunei. REUTERS/Marco Garcia

Berlin (Reuters) - Der US-Handelsbeauftragte Michael Froman drängt ungeachtet der massiven Kritik in Deutschland zu einem raschen Abschluss des Freihandelsabkommens TTIP zwischen der EU und seinen Land.

Die Vereinbarung sollte möglichst noch dieses Jahr zustande kommen, sagte Froman dem “Handelsblatt” (Freitagausgabe). Allerdings nicht um jeden Preis: “Eine Art ‘TTIP light’ ist mit uns nicht zu machen”, sagte er. Das Abkommen sei nicht nur ökonomisch, sondern angesichts immer neuer Krisenherde auch politisch wichtig. “Zusammen mit den USA kann Europa (...) eine Führungsrolle in der Welt spielen und seine Werte fördern”, erklärte er.

“Wir haben eine einmalige Chance, wenn beide Seiten den politischen Willen zu einem Abschluss haben”, sagte Froman. Er appellierte, TTIP noch während der Präsidentschaft von Barack Obama unter Dach und Fach zu bringen. Andernfalls drohe “erhebliche Unsicherheit, ob wir das Abkommen jemals zustande bringen”. Aber es sei die Substanz, die den Zeitplan bestimme.

Auch US-Präsident Obama will bei seinem Besuch der Hannover Messe für TTIP werben. Allerdings wächst nach einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung die Ablehnung des Abkommens in Deutschland immer mehr. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte es gerade erst für möglich erachtet, dass die Verhandlungen scheitern, wenn die US-Regierung in wichtigen Streitpunkten, wie dem der Ablösung privater Schiedsgerichte durch eine transparentere Gerichtsbarkeit, nicht einlenke. Auch Frankreich drohte jüngst mit einer Blockade der TTIP-Gespräche.

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