October 31, 2014 / 12:17 PM / 5 years ago

Verbraucherpreise ziehen leicht an -Weniger Druck auf EZB

General view of the Petrolchemie und Kraftstoffe (PCK) oil refinary in Schwedt/Oder, October 20, 2014. There is no need to panic at the recent collapse in oil prices, the secretary general of OPEC said October 29, 2014, saying low prices would curb competing supplies and require the group to pump far more by the end of the decade. Picture taken ocotnber 20. REUTERS/Axel Schmidt (GERMANY - Tags: ENERGY BUSINESS CITYSCAPE BUSINESS COMMODITIES)

Brüssel/Berlin (Reuters) - Der erste Anstieg der Inflationsrate seit einem halben Jahr dämpft die Sorge vor einem gefährlichen Preisverfall in der Euro-Zone etwas.

Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Oktober wie erwartet um 0,4 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Im September war die Teuerung auf 0,3 Prozent gefallen - den niedrigsten Wert seit fünf Jahren. Trotzdem dürften die Sorgenfalten bei den Währungshütern der Europäischen Zentralbank (EZB) vorerst nicht verschwinden: Sie sprechen nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. Da zudem die Konjunktur schwächelt und die Arbeitslosigkeit hoch bleibt, könnte die EZB bald neue Instrumente einsetzen.

“Wir befinden uns nicht in einer Deflation”, sagte der Chef der italienischen Notenbank, Ignazio Visco, der als einer von 24 EZB-Ratsmitgliedern über die Geldpolitik mitbestimmt. “Aber wir können die konkrete Gefahr nicht ignorieren.” Die Notenbanker entscheiden am kommenden Donnerstag, ob sie weitere Waffen gegen die aus ihrer Sicht zu niedrige Inflation einsetzen - etwa den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen.

Bei einem Preisverfall auf breiter Front brechen die Unternehmensgewinne ein, die dann weniger investieren und einstellen - mit verheerenden Folge für die Konjunktur. Auch die Konsumenten halten sich zurück, weil sie erwarten, Produkte bald noch günstiger zu bekommen. Das kann eine Wirtschaft auf Jahre lähmen.

Um das zu verhindern, hat die EZB bereits ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gedrückt und den Banken Strafgebühren aufgebrummt, wenn sie Geld bei ihr parken, anstatt es an Firmen und Haushalte zu verleihen. Gleichzeitig können sich die Institute bei der Zentralbank zu extrem günstigen Bedingungen mit Kapital eindecken. Zuletzt wurde zudem mit dem Kauf von Pfandbriefen begonnen, um die Bilanzen der Banken zu entlasten und so Platz für neue Darlehen zu schaffen - in der Hoffnung, dass sich dann die Konjunktur erholt und auch die Preise wieder stärker zulegen.

Konkrete Beschlüsse zum Einsatz neuer EZB-Werkzeuge erwarten die meisten Experten für kommende Woche allerdings noch nicht. “Die Alarmglocken dürften in der Frankfurter EZB-Zentrale etwas weniger laut schlagen”, sagte Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank angesichts der leicht steigenden Preise. BayernLB-Analyst Johannes Mayr warnte aber auch: “Der Sicherheitsabstand zur Nulllinie bleibt gering und spricht auf Sicht der kommenden Monate für eine weitere Lockerung der Geldpolitik”.

Sorgen bereitet auch die hohe Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone. Die Arbeitslosenquote verharrte im September den vierten Monat in Folge bei 11,5 Prozent. Damit hatten 18,35 Millionen Menschen keinen Job. Schlusslichter sind unverändert Griechenland (zuletzt 26,4 Prozent) und Spanien (24,0).

Gedämpft wurde die Inflation im Oktober erneut von fallenden Energiepreisen. Diese gaben um 1,8 Prozent nach. Dagegen stiegen die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak um 0,5 Prozent, die für Dienstleistungen um 1,2 Prozent.

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