July 31, 2018 / 9:09 AM / 15 days ago

Inflation in Euro-Zone erneut über der EZB-Zielmarke

Frankfurt (Reuters) - Die Verbraucherpreise in der Euro-Zone sind im Juli den zweiten Monat in Folge über das EZB-Ziel von knapp zwei Prozent geklettert.

FILE PHOTO: Shoppers use escalators as they visit a shopping mall in Warsaw, Poland November 6, 2017. REUTERS/Kacper Pempel/File Photo

Die Inflation zog in den 19 Ländern der Währungsunion auf 2,1 Prozent an, wie das Statistikamt Eurostat am Dienstag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Damit wurden die Expertenerwartungen leicht übertroffen. Die Lebenshaltungskosten waren schon im Juni um 2,0 Prozent gestiegen. Die Daten geben der Europäischen Zentralbank (EZB) Rückendeckung für ihren Kurs einer langsamen Abkehr in Richtung einer weniger expansiven Geldpolitik.

“Per saldo sprechen die Zahlen dafür, dass die EZB den vorsichtigen Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik 2019 vollziehen wird”, kommentierte das Bankhaus Helaba. KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner blieb aber vorsichtig: Die Inflation werde aktuell vor allem durch höhere Energie- und Lebensmittelpreise angetrieben. “In den nächsten Monaten dürfte dieser Effekt nachlassen, wenn sich die Rohölpreise wie zuletzt tendenziell seitwärts bewegen.” Dann bleibe kaum mehr als die Kerninflation, die weiterhin nur bei rund einem Prozent liege.

Laut Eurostat verteuerte sich Energie im Juli um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Kosten für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak nahmen mit 2,5 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich zu. Die Preise für Dienstleistungen erhöhten sich hingegen nur um 1,4 Prozent.

Die EZB strebt knapp zwei Prozent als Optimalwert für die Wirtschaft an, hat dieses Niveau in den vergangenen Jahren aber zumeist verfehlt. Doch allmählich zieht die Inflation wieder an, auch weil sich die Konjunktur verbessert hat. Die Euro-Wächter kündigten deswegen zuletzt an, ihre billionenschweren Anleihenkäufe bis zum Jahresende auslaufen zu lassen. Die Schlüsselzinsen, die auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent liegen, wollen sie aber noch mindestens über den Sommer 2019 hinaus nicht erhöhen.

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