April 4, 2018 / 9:15 AM / 3 months ago

Inflationsanstieg in Euro-Zone spielt EZB in die Hände

Brüssel/Frankfurt (Reuters) - Die Inflation in der Euro-Zone zieht erstmals in diesem Jahr etwas stärker an.

European Union (EU) flags fly in front of the European Central Bank (ECB) headquarters in Frankfurt, Germany, December 3, 2015. The European Central Bank cut one of its interest rates and promised to unveil more policy measures on Thursday to fight stubbornly low inflation, testing the limits of monetary policy and hoping to bolster its credibility. REUTERS/Ralph Orlowski

Die Verbraucherpreise erhöhten sich im März um 1,4 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in einer ersten Schätzung mitteilte. Noch im Februar waren es nur 1,1 Prozent. Experten führten den Anstieg auf die gute Konjunktur im Euro-Raum sowie auf saisonale Einflüsse zurück. Die stärkere Teuerung kommt der Europäischen Zentralbank (EZB) gelegen, die derzeit mit vorsichtigen Schritten auf eine weniger expansive Geldpolitik zusteuert. Die Inflation rückt damit wieder ein wenig näher an das EZB-Ziel von knapp zwei Prozent heran. Diesen Wert erachten die Euro-Wächter als optimal für die Konjunktur.

“Der diesjährige Tiefpunkt der Inflationsrate liegt hinter uns,” sagte Alexander Krüger, Chefvolkswirt beim Bankhaus Lampe. Zwar bleibe das EZB-Inflationsziel wegen des in Europa nach wie vor nicht ausgelasteten Arbeitsmarkts unerreicht. “Der absehbare weitere Anstieg der Inflationsrate dürfte die EZB aber bestärken, ihre Wertpapierkäufe ab Oktober erneut zu drosseln und im Dezember zu beenden.” Der Ökonom erwartet bis Juli einen Anstieg auf 1,7 Prozent.

Um die Konjunktur und die Inflation anzuheizen, halten die Währungshüter ihren Leitzins bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Zudem pumpen sie seit drei Jahren über den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren riesige Summen in das Finanzsystem. Die Transaktionen sollen noch bis mindestens Ende September fortgesetzt werden. Wegen der inzwischen rund laufenden Konjunktur haben sie allerdings seit Januar die monatlichen Käufe auf 30 Milliarden Euro halbiert. Die meisten Experten gehen inzwischen davon aus, dass sie noch dieses Jahr gestoppt werden.

Hinter dem Inflationsanstieg im März steht unter anderem ein Preisaufschlag bei frischen Lebensmitteln von 0,9 Prozent. Noch im Februar waren die Preise hier gesunken. Zudem verteuerten sich Dienstleistungen mit 1,5 Prozent etwas stärker als zuletzt. Da die Osterfeiertage in diesem Jahr im Kalender früher lagen, fiel laut Experten der saisonale Preisanstieg bei Pauschalreisen diesmal schon in den März. Dagegen zogen die Preise für Energie mit 2,0 Prozent etwas weniger an als im Februar. Die von der EZB viel beachtete Kernrate, in der die schwankungsreichen Preise für Energie und frische Lebensmittel nicht enthalten sind, nahm im März leicht auf 1,3 von 1,2 Prozent im Februar zu.

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