April 23, 2018 / 9:27 AM / 7 months ago

Euro-Zone macht weniger Schulden - Einige Länder mit Überschüssen

Two Euro coins are seen at the Money Service Austria company's headquarters in Vienna, Austria, November 16, 2017. REUTERS/Leonhard Foeger

Berlin (Reuters) - Defizit und Schuldenstand der Euro-Länder sind im vergangenen Jahr wegen der guten Konjunktur und niedriger Zinskosten gesunken.

Die öffentlichen Haushalte der 19 Länder der Währungsunion gaben zwar knapp 99 Milliarden Euro mehr aus als sie einnahmen, wie das Statistikamt Eurostat am Montag mitteilte. Das entspricht einem Defizit von 0,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. 2016 hatte es noch bei 1,5 Prozent gelegen, 2015 bei 2,0 Prozent. Der wirtschaftliche Aufschwung sorgt für höhere Steuereinnahmen und füllt die Staatskassen. Gleichzeitig drückt die extrem lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) die Zinskosten.

Insgesamt standen die Euro-Länder mit knapp 9,7 Billionen Euro in der Kreide. Das entspricht einem Schuldenstand von 86,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Er ist damit in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken: 2014 lag er noch bei 91,9 Prozent. Allerdings liegt der Schuldenstand immer noch weit über dem in den EU-Verträgen festgelegten Höchstwert von 60 Prozent.

In den einzelnen Mitgliedsländern entwickelten sich die Haushalte höchst unterschiedlich. Malta (+3,9 Prozent), Zypern (+1,8), Luxemburg (+1,5), Deutschland (+1,3), die Niederlande (+1,1), und Griechenland (0,8) wiesen Überschüsse aus. Die niedrigsten Defizite meldeten Irland und Estland (je -0,3 Prozent), Spanien (-3,1) und Portugal (-3,0) die größten. Die höchsten Verschuldungsquoten wurden in Griechenland (178,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes), Italien (131,8), Portugal (125,7), Belgien (103,1) und Spanien (98,3) registriert, die niedrigsten in Estland (9,0) und Luxemburg (23,0). Deutschland kommt hier auf 64,1 Prozent.

Bei einigen Staaten meldete Eurostat Bedenken gegen die von den nationalen Behörden erhobenen Daten an. So müsse die Entwicklungsagentur Agence Francaise de Developpement dem Staatssektor zugerechnet werden, was “zu einem begrenzten Anstieg des öffentlichen Schuldenstandes führen” werde. Zudem sollten Kapitalzuführungen an den Areva-Konzern in Höhe von 2,5 Milliarden Euro als “Vermögenstransfer mit Auswirkungen auf das Defizit behandelt werden”.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below