7. April 2014 / 12:17 / vor 4 Jahren

Haniel mit milliardenschwerer Kasse für Zukäufe gerüstet

Duisburg (Reuters) - Die Duisburger Familien-Holding Haniel begibt sich auf die Pirsch nach Zukäufen.

“Einen großen Teil des Verkaufserlöses für Celesio in Höhe von rund zwei Milliarden Euro werden wir nutzen, um in aussichtsreiche Geschäftsmodelle zu investieren”, erklärte Haniel-Chef Stephan Gemkow am Montag in Duisburg. “Gesunde Mittelständler” passten dabei besser zu Haniel “als börsengelistete Konzerne”. Einem solchen hatte Haniel mit dem Pharmahändler Celesio zu Jahresbeginn den Rücken gekehrt. Damit rückt Metro in den Fokus - von dem Düsseldorfer Handelsriese erwartet Gemkow nun mehr Gewinne.

“Haniel ist wieder da”, sagte Gemkow. Im vergangenen Jahr hatte er Aufräumarbeiten im Portfolio geleistet, das neben der Metro auch Beteiligungen an dem Versandhändler Takkt umfasst. Zudem gehören zu Haniel auch der Rohstoffhändler ELG und die Hygiene-Tochter CWS Boco. Das Jahr 2013 markiere einen “Wendepunkt für Haniel”, bilanzierte Gemkow. Im vergangenen Jahr verdiente Haniel nach Steuern 267 Millionen Euro, 2012 stand noch ein Verlust von 1,7 Milliarden Euro in den Büchern. Per Ende 2013 sanken zudem die Nettofinanzschulden von 2,2 Milliarden Euro auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Nach dem Verkauf von Celesio hat die Holding statt Schulden wieder Geld in der Kasse, über eine Milliarde Euro sind für Übernahmen vorgesehen. Gemkow sieht sich bei Zukäufen indes nicht unter Zeitdruck - ein Grund dafür sei auch, dass es durch die niedrigen Zinsen insgesamt “einen Überfluss an Geld” gebe und am Markt nur “wenig attraktive Ziele” auszumachen seien. Eines macht er aber deutlich: Haniel will Mittelständler mit Perspektive kaufen und diese Abseits des Handels. Hier lag in der Vergangenheit der Schwerpunkt der Haniel-Beteiligungen und hier häuften sich auch die Risiken.

GEMKOW VERORDNETE EINEN “SMOOTHIE”

Vor einem Jahr hatte Gemkow durch die Lasten der Vergangenheit noch ganz andere Themen vor der Brust: Ein historischer Milliarden-Verlust, keine Dividende und hohe Schulden machten Haniel zu schaffen. Hohe Abschreibungen auf die Beteiligung am Handelsriesen Metro hatten Haniel 2012 tief in die roten Zahlen gerissen, die rund 650 Haniel-Gesellschafter mussten danach erstmals auf eine Ausschüttung verzichten. Doch das Projekt “Smoothie” trug Früchte: So nannte Haniel intern das Programm zum Schuldenabbau. Die Beteiligungen an Takkt (“Orange”) und Metro (“Pineapple”) wurden ebenfalls verringert - knapp über 30 Prozent der Metro kontrolliert Haniel nun noch. Der Anteil solle nicht weiter abgeschmolzen werden, sagte Gemkow der Nachrichtenagentur Reuters. Doch für die Ewigkeit sei das Engagement bei Metro nicht in Stein gemeißelt, signalisiert er: “Wenn sie ein Portfoliounternehmen sind, gehört dazu auch der Handel mit Unternehmen auf mehrjähriger Basis.” Zunächst forderte er von Metro-Chef Olaf Koch aber Ergebnisse: “Bei Metro erwarten wir Wachstum und Margenverbesserungen, die sich (..) in steigenden Aktienkursen spiegeln sollen.” 40 Euro, sagte Gemkow, seien ein “fairer Wert” für die Anteilsscheine. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg: Am Montag kosteten die Papiere 29,46 Euro.

Nach den Aufräumarbeiten sei Haniel nun “für die Zukunft gut gerüstet”, unterstrich Gemkow - und auch eine Dividende solle es nun wieder geben: Haniel schütte für 2013 rund 30 Millionen Euro aus. 2014 peilt Gemkow ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich und eine deutliche Gewinnsteigerung an.

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