December 9, 2016 / 3:05 PM / 3 years ago

Insider - Ausdehnung der EZB-Anleihenkäufe war Kompromiss

The European Central Bank (ECB) headquarters is pictured in Frankfurt, Germany, December 8, 2016. REUTERS/Ralph Orlowski

Frankfurt (Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Insidern zufolge auf der Ratssitzung am Donnerstag auch eine deutlich stärkere Ausdehnung ihrer umstrittenen Anleihenkäufe erwogen.

Am Ende hätten die Notenbank-Gouverneure der 19-Länder-Gemeinschaft und das EZB-Direktorium sich auf einen Kompromiss geeinigt, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Das Ringen um eine mehrheitsfähige Position unterstreicht die unterschiedlichen Auffassungen der Notenbanker zu dem Kaufprogramm, das seit März 2015 läuft und die aus EZB-Sicht zu niedrige Inflation anheizen soll. Inzwischen wurden Titel im Umfang von rund 1,5 Billionen Euro erworben. Die Wirtschaft und die Teuerungsrate ziehen aber nicht so stark an, wie es sich die Notenbank erhofft.

Die EZB lehnte eine Stellungnahme zu den Reuters-Informationen am Freitag ab.

Ein großer Teil der Vorbereitungen für die Sitzung in der Frankfurter EZB-Zentrale konzentrierte sich den Informationen zufolge auf den Vorschlag einer Verlängerung der Anleihenkäufe um sechs Monate bis Ende September 2017. Dabei sollte das bisherige monatliche Volumen von 80 Milliarden Euro beibehalten werden. EZB-Chef Mario Draghi habe aber erkannt, dass dies nicht mehrheitsfähig gewesen sei und daher einen Kompromiss angestrebt.

Den Insidern zufolge wurde dann eine Verlängerung um zwölf Monate bis Ende März 2018 ins Spiel gebracht - mit einem monatlichen Volumen von 60 Milliarden Euro. Damit wäre das Gesamtprogramm auf 2,46 Billionen Euro angeschwollen. Andere Ratsmitglieder hätten hingegen sechs Monate mit jeweils 60 Milliarden Euro angestrebt. Am Ende sei der mehrheitsfähige Vorschlag gefunden worden, der eine Ausdehnung der Transaktionen um neun Monate mit einem monatlichen Umfang von 60 Milliarden Euro vorsieht. Das Gesamtprogramm klettert damit auf 2,28 Billionen Euro.

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