January 8, 2020 / 4:25 PM / 6 months ago

EZB-Chefin - Elf Monate für Nach-Brexit-Abkommen könnten zu wenig sein

European Central Bank (ECB) President Christine Lagarde arrives for the second day of the European Union leaders summit in Brussels, Belgium December 13, 2019. REUTERS/Yves Herman

Frankfurt (Reuters) - EZB-Präsidentin Christine Lagarde hält eine Zeitspanne von elf Monaten für möglichweiser zu knapp, um ein neues Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien abzuschließen.

Der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs am 31. Januar bedeute zwar eine Unsicherheit weniger, was gut für Investoren sei, sagte Lagarde dem Magazin “Challenges” in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview. “Die größte Herausforderung steht aber aber noch bevor - nämlich ein Handelsabkommen zwischen London und der EU innerhalb der elfmonatigen Übergangsperiode zu erzielen.” Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte kürzlich davor gewarnt, dass für die Verhandlungen diese Zeitspanne möglicherweise nicht ausreichen wird.

“Die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkunmgen des Brexit werden von den Details dieser Vereinbarung abhängen, falls eine solche tatsächlich erreicht werden kann in dieser kurzen Zeit”, sagte Lagarde. Der britische Premierminister Boris Johnson will die Übergangsphase nach dem EU-Ausstieg des Landes bis Ende 2020 begrenzen. In den verbleibenden elf Monaten bis dahin sollen nicht nur ein Handelsabkommen sondern insgesamt die künftigen Beziehungen zur EU auf eine neue Grundlage gestellt werden.

In dem Interview erneuerte die EZB-Präsidentin zudem frühere Forderungen nach mehr Anstrengungen der Länder zur Unterstützung des Wachstums im Währungsraum. “Ein konzertierter Fiskalstimulus auf dem Niveau der Euro-Zone würde helfen, das Wachstum zu beschleunigen,” sagte sie. Mit den von der Notenbank prognostizierten 1,1 Prozent 2020 und 1,4 Prozent 2021 liege das Wachstum noch unterhalb des Potenzials - zumindestens für 2020. Es mache Sinn alle zur Verfügung stehenden Instrumente zu nutzen, um die Konjunktur anzuschieben. Dazu zählte Lagarde die Geldpolitik, die Fiskalpolitik und Strukturreformen in den Ländern.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below