September 17, 2018 / 11:18 AM / 3 months ago

EZB sollte laut Direktor Coeure künftigen Zinskurs im Vagen halten

Benoit Coeure, board member of the European Central Bank (ECB), is photographed during an interview with Reuters journalists at the ECB headquarters in Frankfurt, Germany, May 17, 2017. Picture taken May 17, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Berlin (Reuters) - Die EZB sollte sich laut Direktor Benoit Coeure bei ihrer geldpolitischen Orientierungshilfe für die Märkte nicht die USA zum Vorbild nehmen.

Anders als bei der US-Notenbank Fed, die Zinsprognosen der Währungshüter veröffentlicht, wäre es für die EZB besser, keine konkreten Zahlen zu nennen, sagte Coeure am Montag in Berlin. Er verwies darauf, dass den EZB-Orientierungshilfen für die Märkte ein Konsens zugrunde liege und in der Regel keine Einzelmeinungen kommuniziert würden. Die EZB bemühe sich darum, “so weit wie möglich” eine solche gemeinsame Linie zu finden, sagte der Franzose.

Im EZB-Rat seien auch wesentlich mehr Mitglieder vertreten als im Führungsgremium der Fed, was es schwieriger mache, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Auch die derzeitigen Unwägbarkeiten im globalen Umfeld sprächen dagegen, dass sich die EZB zu stark festlege. “Selbst ein glaubwürdiger Zinspfad kann zu Fehleinschätzungen führen”, warnte Coeure.

Die EZB hat den Märkten signalisiert, dass sie die Schlüsselzinsen noch bis mindestens “über den Sommer 2019” hinaus auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent belassen will. Laut Coeure könnte es das wirtschaftliche Umfeld erforderlich machen, den Investoren über diese Orientierungslinie hinaus Signale zu geben, in welchem Tempo die Europäische Zentralbank ihre Konjunkturstützen abzubauen gedenke.

Die EZB steuert derzeit in Trippelschritten auf ein Ende ihrer extrem lockeren Geldpolitik zu. Die vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe will sie ab Oktober auf 15 Milliarden Euro je Monat halbieren. Zum Jahresende sollen die Transaktionen dann ganz eingestellt werden - sofern die Wirtschaft mitspielt. Damit lassen sich die Euro-Wächter weiter eine Hintertür offen, sollte es zu einer Konjunktureintrübung kommen.

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