October 15, 2015 / 5:34 AM / 5 years ago

EZB-Vize - Keine Erfahrung mit Abkehr von Nullzins-Politik

The European Central Bank (ECB) headquarters are pictured in Frankfurt, Germany, September 3, 2015. The European Central Bank said on Thursday it was holding its 60 billion euro a month asset purchase limit unchanged but raised the amount of any one issue it could buy to 33 percent from 25 percent. REUTERS/Ralph Orlowski

Frankfurt (Reuters) - Eine Zinserhöhung in den USA könnte laut EZB-Vizepräsident Vitor Constancio weltweit größere Auswirkungen haben als in der Vergangenheit.

Zum einen gebe es keine Erfahrungswerte mit der Abkehr von der Nullzins-Politik, sagte Constancio laut Manuskript für eine Rede in Hongkong am Donnerstag. Zum anderen habe sich die Weltwirtschaft verändert. Schwellenländer, insbesondere China, hätten an Bedeutung gewonnen. Insgesamt arbeiteten Länder stärker zusammen, und grenzüberschreitende Kapitalströme hätten zugenommen, sagte der Stellvertreter von EZB-Chef Mario Draghi. Aufgrund der fehlenden Erfahrung bliebe den Akteuren und Marktbeobachtern nichts anderes übrig als in Echtzeit zu lernen.

Eine Zinsanhebung in den USA hätte zur Folge, dass die Geldpolitik der USA und die der Euro-Zone auf absehbare Zeit getrennte Wege gehen. Denn in der Euro-Zone ist nicht mit einer baldigen Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) zu rechnen.

Die US-Notenbank Fed hat noch für dieses Jahr die Zinswende in Aussicht gestellt, sollte die Inflation stabil bleiben und die US-Wirtschaft stark genug sein, einen Zinsschritt zu verkraften. Es wäre die erste Zinserhöhung seit fast zehn Jahren. Wegen zuletzt schwacher Daten vom US-Arbeitsmarkt und zum Umsatz im US-Einzelhandel herrscht an den Finanzmärkten jedoch Unklarheit, ob Fed-Chefin Janet Yellen die Zinswende tatsächlich noch 2015 wagen wird. Die Fed hält die Zinsen bereits seit dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

FOLGEN AUF DEN KAPITALMÄRKTEN

US-Geldpolitik hat Constancio zufolge unter anderem Auswirkungen auf die Euro-Zone über die Konkurrenzfähigkeit der Exporte im Zuge einer Veränderung des Euro-Dollar-Wechselkurses. Vor allem würden die Folgen einer Veränderung der US-Geldpolitik aber auf den Finanzmärkten wahrgenommen - insbesondere auf den europäischen Anleihemärkten. So zeichneten Renditen deutscher Anleihen bei einer Straffung der US-Geldpolitik Veränderungen bei den US-Staatsanleihen um mehr als ein Drittel nach, sagte Constancio. Die zehnjährigen Bundesanleihe rentiert derzeit mit rund 0,5 Prozent. Die fünfjährige Bundesanleihe weist momentan eine negative Rendite von minus 0,036 Prozent auf.

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