June 13, 2019 / 9:23 AM / 5 months ago

Euro als Reservewährung gefragt - Dollar nicht mehr so dominant wie einst

The euro sign is photographed in front of the former head quarter of the European Central Bank in Frankfurt, Germany, April 9, 2019. Picture is taken on slow shutter speed while the camera was moved. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt/Berlin (Reuters) - Der Euro hat seinen Status als zweitwichtigste internationale Reservewährung nach dem Dollar gefestigt.

Wie die Europäische Zentralbank am Donnerstag mitteilte, lag der Anteil des Euro bereinigt um Wechselkurseffekte Ende 2018 bei 20,7 Prozent. Ende 2017 waren es nur 19,5 Prozent. “Seit seiner Einführung vor 20 Jahren blieb der Euro als zweitgrößte Reservewährung nach dem Dollar unangefochten, doch ließ seine Nutzung nach der Weltfinanzkrise nach”, so die EZB. Nachdem die Entwicklung 2016 ihren Boden erreicht habe, sei es zuletzt wieder nach oben gegangen. Der Euro habe davon profitiert, dass Reserven “weg vom Dollar” umgeschichtet worden seien, erläuterte EZB-Direktor Benoit Coeure.

Dabei hat besonders das in Handelsfragen im Clinch mit den USA liegende China, das über den üppigsten Devisenschatz der Welt verfügt, Veränderungen vorgenommen. Die Volksrepublik hat laut EZB 2018 ihre Bestände an US-Staatsanleihen “in einer Größenordnung von rund 60 Milliarden Dollar” verringert. Reservewährungen spielen im internationalen Handel und Finanzverkehr und vor allem auch bei den Währungsreserven der Zentralbanken eine große Rolle.

Der Dollar behauptete im vorigen Jahr mit einem weltweiten Anteil von 61,7 Prozent zwar seinen Status als Leitwährung. Doch markiert dieser Wert zugleich einen historischen Tiefpunkt für die US-Devise im laufenden Jahrhundert. Noch vor der Jahrtausendwende lag der Anteil bei über 70 Prozent. Viele Staaten haben im Laufe des nun zu Ende gehenden Jahrzehnts ihren Devisenschatz diversifiziert und dabei insbesondere auch verstärkt auf Währungen wie den japanischen Yen und den chinesischen Renminbi zurückgegriffen. EZB-Direktor Coeure erhofft sich von einer Vertiefung der europäischen Währungsunion einen “Schub für die globale Rolle des Euro”.

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