November 18, 2019 / 7:16 AM / 24 days ago

EZB-Banker - Tiefzinsen im Euro-Raum aktuell sinnvoll

The euro sign in front of the former headquarters of the European Central Bank (ECB) is reflected in a puddle during heavy rain in Frankfurt, Germany, November 20, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt (Reuters) - Estlands Notenbankchef Madis Müller hält die Tiefzinsen im Euro-Raum angesichts der aktuellen Konjunkturschwäche und der aus EZB-Sicht unerwünscht niedrigen Inflation für gerechtfertigt.

“Ich denke, es macht Sinn zum Beispiel in der gegenwärtigen Situation diese sehr niedrigen Zinsen zu haben”, sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) am Samstag auf einer Bundesbank-Veranstaltung mit Jugendlichen und Studenten in Frankfurt. Bei anderen Teilen des im September beschlossenen großen geldpolitischen Stützungspakets für die Wirtschaft habe er aber Vorbehalte gehabt. “Ich war kein großer Anhänger der Idee, die Anleihenkäufe erneut zu starten”, sagte Müller.

Angesichts der vielen unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen, die die Euro-Notenbank bereits eingeleitet habe, müsse auch auf die verschiedenen Nebeneffekte geachtet werden, sagte der Währungshüter. Zudem gebe es die Frage, wie tief die Zinsen noch in den negativen Bereich herabgesetzt werden können. “Man könnte an einem Punkt ankommen, an dem das auch seine Wirksamkeit verliert,” sagte Müller. Nach Einschätzung von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann und Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau ist bei den Zinsen im Euro-Raum allmählich der Tiefpunkt erreicht.

Die EZB hatte vor zwei Monaten eine weitere Senkung des Einlagesatzes auf nunmehr minus 0,5 Prozent, die Wiederauflage ihrer Wertpapierkäufe sowie Erleichterungen für Banken beschlossen. Insbesondere der Neustart der Anleihenkäufe war intern in der EZB stark umstritten. Rund ein Drittel der Euro-Wächter scherte damals aus. Trotz der offenen Geldschleusen liegt die Inflation im Euro-Raum aber immer noch weit vom EZB-Ziel vom knapp zwei Prozent entfernt. Im Oktober lag die Teuerung gerade einmal bei 0,7 Prozent.

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