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EZB-Direktor sinniert über künftigen Ausstieg aus Anleihekäufen
December 6, 2017 / 11:09 AM / 6 days ago

EZB-Direktor sinniert über künftigen Ausstieg aus Anleihekäufen

Frankfurt (Reuters) - In der EZB-Führung wird auf dem langen Weg zum Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik der nächste Schritt in den Blick genommen.

The logo of the European Central Bank (ECB) is pictured outside its headquarters in Frankfurt, Germany, December 8, 2016. REUTERS/Ralph Orlowski

An den Märkten dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass ein Ausstieg aus den Anleihenkäufen permanent hinausgeschoben werde, sagte EZB-Direktor Yves Mersch am Mittwoch in Frankfurt. Zwar könne ein zu rasches Ende der Käufe zu Marktturbulenzen führen. Aber je länger das Programm andauere, desto größer würden die Gefahren. “Zur Eindämmung dieser Risiken bedarf es einer glaubhaften Perspektive für den Ausstieg”, betonte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Notenbank.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Bundesbank vor Übertreibungen an den Immobilienmärkten gewarnt im Zuge der langanhaltenden Phase des ultrabilligen Geldes. Vor allem Käufer von Eigentumswohnungen in den Großstädten müssen mittlerweile mit massiven Preiserhöhungen zurechtkommen. Laut Bundesbank gibt es hier Übertreibungen von durchschnittlich bis zu 30 Prozent. Mersch zufolge lassen sich im gesamten Euro-Raum zwar keine Anzeichen für kreditgetriebene Blasen erkennen. Es gebe aber “Auffälligkeiten” bei Gewerbeimmobilien.

Die EZB hatte im Oktober aufgrund des sich festigenden Aufschwungs beschlossen, die monatlichen Anleihenkäufe ab Januar auf 30 Milliarden Euro zu halbieren. Das Programm wurde allerdings noch bis mindestens Ende September 2018 verlängert. Zugleich ließ sich die EZB eine Tür offen, dass Programm notfalls erneut aufzustocken. Mersch hält dies derzeit aber angesichts der Wirtschaftserholung für kaum vorstellbar.

Die EZB strebt knapp unter zwei Prozent Inflation an. Davon ist sie aber weit entfernt. Im November lag die Teuerung bei 1,5 Prozent. Mersch deutete an, dass die kommende Woche erwarteten neuen Inflations- und Wachstumsprognosen der EZB etwas besser ausfallen werden als noch im September. Die EZB will ihre neuen Vorhersagen zur Zinssitzung am 14. Dezember veröffentlichen.

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