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Wirtschaftsnachrichten

Spanischer Notenbankchef für neue EZB-Konjunkturhilfen

FILE PHOTO: The European Central Bank logo in Frankfurt, Germany, January 23, 2020. REUTERS/Ralph Orlowski/File Photo

Madrid/Lissabon (Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte aus Sicht von Spaniens Notenbankchef Pablo Hernandez de Cos ihre geldpolitische Unterstützung weiter verstärken.

Angesichts sich verschlechternder Aussichten für die Wirtschaft müsse eine Fragmentierung der Finanzmärkte verhindert werden, sagte das EZB-Ratsmitglied am Montag auf einer Finanzveranstaltung. Die Euro-Notenbank hatte bereits angekündigt, der EZB-Rat werde auf seiner Sitzung am 10. Dezember die geldpolitischen Instrumente der Lage entsprechend neu justieren.

Allgemein wird damit gerechnet, dass die EZB dann ihre Geldschleusen weiter öffnet. Dabei konzentriert sie sich voraussichtlich auf ihre Anleihenkäufe und Geldspritzen für die Banken als Hauptwerkzeuge. Das Pandemie-Anleihenprogramm PEPP und auch die gezielten mehrjährigen Liquiditätsspritzen (TLTROs) hätten ihre Wirksamkeit im derzeitigen Umfeld unter Beweis gestellt, sagte EZB-Chefin Christine Lagarde kürzlich. Beide könnten “dynamisch angepasst” werden.

EZB-Ratsmitgied de Cos treibt zudem die Kursentwicklung des Euro zum Dollar um. “Offensichtlich war und ist das ein Grund zur Sorge”, sagte er. Die EZB verfolge zwar kein Wechselkursziel. Die Kursentwicklung sei aber eine wichtige Variable für die Finanzierungsbedingungen im Euro-Raum. Der Euro legte seit Mai zum Dollar rund zehn Prozent zu.

EZB-Chefvolkswirt Philip Lane warnte unterdessen, dass selbst mit einem Corona-Impfstoff die Beschränkungen des öffentlichen Lebens noch 2021 weiterbestehen könnten. “Wir glauben dass es im gesamten nächsten Jahr noch Unterbrechungen des normalen Lebens geben wird. Aber bis zum Jahresende, Anfang 2022, sollte es, glaube ich, eine Rückkehr zur Normalisierung geben”, sagte er dem portugiesischen Sender RTP

Portugals Notenbankchef Mario Centeno sprach sich derweil dafür aus, dass die europäischen Länder in der Corona-Krise ihre Konjunkturhilfen fokussierter gestalten. An erster Stelle sollten Investmentprojekte stehen, die schon auf dem Weg sind und die sowohl der Wirtschaft als auch den Arbeitnehmern zugute kämen. Zugleich forderte das EZB-Ratsmitglied, dass die Maßnahmen zeitlich begrenzt sein sollten. Allerdings haben Polen und Ungarn inzwischen ein Veto gegen die Finanzpläne der EU eingelegt. Das könnte auch zu einer Verzögerung bei der Auszahlung dringend benötigter Corona-Hilfen führen.

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