November 28, 2017 / 9:17 AM / 17 days ago

EZB-Geldschwemme kommt immer stärker bei den Firmen an

Frankfurt (Reuters) - Das viele billige Geld der Europäischen Zentralbank (EZB) bahnt sich zunehmend auch seinen Weg zu den Unternehmen.

The euro sign in front of the former headquarters of the European Central Bank (ECB) is photographed with long exposure in Frankfurt, Germany, November 20, 2017. REUTERS/Kai Pfaffenbach TPX IMAGES OF THE DAY

Im Oktober vergaben Banken in der Euro-Zone an Firmen 2,9 Prozent mehr Darlehen als vor Jahresfrist, wie die EZB am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Das ist der stärkste Zuwachs seit Sommer 2009. Im September hatte der Zuwachs noch bei 2,4 Prozent gelegen. An die Privathaushalte reichten die Institute im Oktober 2,7 Prozent mehr Kredite aus.

“Das Wachstum bei den europäischen Unternehmenskrediten schaltet einen Gang höher, bleibt gemessen an der zunehmenden Investitionsdynamik jedoch moderat”, kommentierte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner die Daten zur Kreditvergabe. Gerade das Geschäft mit größeren Kredittickets ziehe an. “Hier spiegelt sich die freundlichere Weltkonjunktur wider, von der besonders international tätige Großunternehmen profitieren”, sagte Zeuner. In der Euro-Zone war zwischen Juli und September das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um kräftige 0,6 Prozent zum Vorquartal gewachsen. In Deutschland, der größten Volkswirtschaft des Währungsraums, hatte die Wirtschaft sogar um 0,8 Prozent zugelegt.

Die Währungshüter halten schon seit März 2016 ihren Leitzins bei 0,0 Prozent, um so für günstige Finanzierungsbedingungen zu sorgen. Dazu pumpen die EZB und die nationalen Notenbanken der Euro-Länder seit März 2015 über den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren Woche für Woche Milliarden Euro in das Finanzsystem, um die Geldhäuser zu einer stärkeren Kreditvergabe anzuregen. Das vor allem in Deutschland umstrittene Programm ist inzwischen auf 2,55 Billionen Euro angelegt und soll noch mindestens bis Ende September 2018 laufen.

Die von der EZB genau verfolgte Geldmenge M3 wuchs im Oktober um 5,0 Prozent nach 5,2 Prozent im September. Volkswirte hatten 5,1 Prozent erwartet. Zu M3 zählen neben Bargeld und Einlagen auf Girokonten auch Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen. Die Geldmengenentwicklung ist mittel- bis langfristig eng mit der Inflation verbunden. Die Notenbank peilt knapp unter zwei Prozent Teuerung als Idealwert für die Wirtschaft an. Mit 1,4 Prozent im Oktober ist sie davon aber noch ein Stück entfernt.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below