December 14, 2010 / 1:22 PM / 9 years ago

Trichet fordert Ausbau von Euro-Rettungsschirm

Frankfurt (Reuters) - EZB-Präsident Jean-Claude Trichet will den Schutzschirm für Euro-Krisenstaaten bei Bedarf offenbar kräftig ausbauen.

“Im Bezug auf den (Rettungsfonds) EFSF kann ich sagen, dass wir uns für maximale Flexibilität stark machen und ich würde auch sagen: maximale Kapazität in punkto Quantität und Qualität”, sagte Trichet am Montagabend beim Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten.

Trichets Äußerungen sind vor dem Hintergrund der Debatte um eine Aufstockung des Fonds und mögliche Ankäufe von Staatsanleihen durch den Fonds zu sehen. Das Thema steht beim EU-Gipfel Ende der Woche in Brüssel nach Informationen aus Kreisen offiziell zwar nicht auf der Agenda; es dürfte jedoch hinter den Kulissen intensiv zwischen Deutschland und Frankreich auf der einen Seite und vielen anderen Ländern auf der anderen Seite debattiert werden.

Deutschland lehnt bislang sowohl eine Erhöhung der für den Notfall bereitstehenden EFSF-Gelder - derzeit 440 Milliarden Euro -, als auch einen Ankauf von Anleihen hoch verschuldeter Staaten durch den Fonds ab. Dies tut die Europäische Zentralbank (EZB) bereits seit der Griechenlandkrise im Mai. Sie hat bislang Staatspapiere in einem Volumen von rund 72 Milliarden Euro angekauft - vergangene Woche wurden Geschäfte über rund 2,7 Milliarden Euro abgewickelt; nach Händlerinformationen vor allem aus Irland, Portugal und Spanien.

Nach Reuters-Informationen aus Notenbankkreisen will die EZB aus Angst vor möglichen Verlusten bei diesen Papieren, die ihr angeschlossenen nationalen Notenbanken zur Aufstockung ihres Grundkapitalanteils drängen. Besonders stark zur Kasse gebeten würde entsprechend ihres Kapitalanteils die Bundesbank. Trichet lehnte am Montag jeden Kommentar hierzu ab. Nach Informationen von Reuters aus der vergangenen Woche würde die EZB gerne eine Verdoppelung der Höhe des Rettungsschirms sehen, weil dann auch Länder wie Portugal und Spanien auf jeden Fall abgesichert wären.

In der Debatte um Sinn und Unsinn gemeinsamer europäischer Anleihen (Euro-Bonds) lehnte sich Trichet nicht aus dem Fenster: “Wir haben in der Vergangenheit gedacht, dass die Tatsache gut war im Sinne höchstmöglicher Verantwortlichkeit, dass jede Regierung für ihre eigene Unterschrift verantwortlich war. Ich habe es ja bereits öffentlich gesagt, es gibt gegenwärtig keine Position des EZB-Rats zu den neuen Vorschlägen.” Der deutsche Chefvolkswirt der EZB, Jürgen Stark, hatte sich erst kürzlich gegen E-Bonds ausgesprochen. Auf Nachfrage, was er von entsprechenden Vorschlägen von Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker und Italiens Wirtschaftsminister Giulio Tremonti halte, sagte Trichet: “Ich würde es wirklich für sehr wichtig halten, dass die Kollegen der Exekutive ihre Entscheidungen kommunizieren, wenn sie getroffen wurden.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below