October 22, 2015 / 11:51 AM / 4 years ago

EZB bereit für Ausweitung der Milliarden-Geldspritzen

The famous euro sign landmark is photographed outside the former headquarters of the European Central Bank (ECB) in Frankfurt, Germany, July 17, 2015. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Valletta/Frankfurt (Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) will angesichts der anhaltenden Mini-Inflation die Geldschleusen bei Bedarf noch weiter öffnen.

“Das Anleihen-Kaufprogramm bietet genügend Flexibilität - bei der Veränderung von Umfang, Zusammensetzung und Länge”, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag. Der Notenbank stehe ein ganzes Menü an Instrumenten zur Verfügung. Bei der Sitzung im Dezember werde geprüft, ob die Geldpolitik die Konjunktur ausreichend stimuliere. Dann liegen den Währungshütern neue Prognosen der Zentralbanken-Experten zur Preisentwicklung und zur Konjunktur in der Euro-Zone vor.

Den Leitzins für die Versorgung der Banken mit Geld beließ die Notenbank auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent, wo er bereits seit September 2014 liegt. Der EZB-Rat tagte dieses Mal nicht in der Frankfurter Zentrale, sondern auf der Mittelmeerinsel Malta - eine von zwei auswärtigen Sitzungen in diesem Jahr.

“Der EZB-Rat ist gewillt und fähig zu handeln, indem er alle Instrumente innerhalb seines Mandats nutzt”, sagte Draghi. Die EZB pumpt im Rahmen des seit März laufenden Kaufprogramms Monat für Monat 60 Milliarden in das Finanzsystem. Bis September 2016 ist ein Gesamtumfang von 1,14 Billionen Euro vorgesehen.

Draghis Ziel dabei: Anleihen-Investments sollen für Banken unattraktiv werden. Sie sollen stattdessen mehr Kredite an Unternehmen und Haushalte vergeben, was die Konjunktur und Preisentwicklung anschieben würde.

Zuletzt war der Effekt auf die Inflation allerdings bescheiden. So sind die Preise in der Euro-Zone im September sogar um 0,1 Prozent gefallen. Die EZB strebt einen positiven Wert von knapp unter zwei Prozent an, den sie als optimal für die Wirtschaftsentwicklung erachtet. Fallende Preise gelten als gefährlich, weil sich Verbraucher dann in der Erwartung zurückhalten, Produkte bald noch günstiger zu erhalten. Unternehmen verdienen deshalb weniger und zögern Investitionen hinaus, was eine Abwärtsspirale in Gang setzt.

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