June 4, 2020 / 8:01 AM / a month ago

EZB berät über frische Munition im Kampf gegen drohende Rekord-Rezession

The logo of the European Central Bank (ECB) is pictured outside its headquarters in Frankfurt, Germany, April 26, 2018. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt/Berlin (Reuters) - Die EZB berät diesen Vormittag über die Zinsen und ein mögliches Nachjustieren ihres Notprogramms gegen die von der Corona-Pandemie ausgelöste Rezession in der Euro-Zone.

Das bislang auf 750 Milliarden Euro ausgelegte Programm mit dem Kürzel PEPP könnte um 500 Milliarden Euro aufgestockt werden, wie viele Ökonomen voraussagen. Der Bedarf zur Ausweitung ergibt sich aus Sicht der Fachleute daraus, dass den Währungshütern ansonsten im Sommer die Munition ausgehen könnte, falls sie die Käufe im bisherigen Tempo fortsetzen. Das Programm soll aber bis mindestens Ende des Jahres laufen und könnte nun sogar verlängert werden.

Die Währungshüter selbst haben bereits signalisiert, dass sie nachjustieren wollen. Die EZB sei “voll und ganz bereit”, die Wirtschaft notfalls durch eine Erhöhung des PEPP-Programms zu unterstützen, heißt es in den Protokollen der jüngsten Zinssitzung.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde befürchtet eine Rekordrezession in der Euro-Zone. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte in diesem Jahr zwischen acht und zwölf Prozent schrumpfen, sagte sie kürzlich. Die EZB wird nach dem Zinsbeschluss zudem aktualisierte Schätzungen zum Konjunkturverlauf veröffentlichen. Dabei dürften Experten neben den Zahlen zur erwarteten Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts auch ein Auge auf die Inflationsprognosen werfen. Die Währungshüter, die eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent anstreben, sahen sich zuletzt mit einer Rate von nur 0,1 Prozent konfrontiert. Das ist der niedrigste Stand seit vier Jahren.

Den Schlüsselzins zur Versorgung der Institute mit Geld dürfte die EZB bei 0,0 Prozent belassen. Auch der Einlagensatz wird nach Einschätzung vieler Experten auf dem bisherigen Niveau von minus 0,5 Prozent bleiben. Damit müssen Banken weiterhin Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der Euro-Notenbank überschüssige Gelder parken.

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