February 5, 2020 / 1:26 PM / 18 days ago

Lagarde sieht in Coronavirus neues Risiko für Europas Konjunktur

FILE PHOTO: European Central Bank (ECB) President Christine Lagarde addresses a news conference on the outcome of the meeting of the Governing Council in Frankfurt, Germany, January 23, 2020. REUTERS/Ralph Orlowski/File Photo

Berlin/Frankfurt (Reuters) - Der Ausbruch des Coronavirus erzeugt nach den Worten von EZB-Chefin Christine Lagarde weitere Risiken für Europas Wirtschaft.

Die kurzfristigen Unsicherheiten für die Konjunktur gingen vor allem auf globale Risiken wie die Handelsstreitigkeiten und geopolitische Konflikte zurück - und jetzt auch “auf den Ausbruch des Coronavirus und seine potenziellen Auswirkungen auf das weltweite Wachstum”, sagte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch in Paris. “Doch während die Gefahr eines Handelskrieges zwischen den USA und China zurückgegangen zu sein scheint, sorgt das Coronavirus für weitere Unsicherheit.” Die Notenbank beobachte dies weiter genau.

Nach Einschätzung von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane könnte sich der Ausbruch zwar kurzfristig negativ auf die europäische Wirtschaft auswirken. Die Erfahrung mit früheren Pandemien wie etwa Sars lehre aber, dass es meist keine langfristigen Auswirkungen gebe, sagte Lane in Berlin. “Normalerweise dauert so etwas nicht ewig. Wenn es vorbei ist, erholen sich die Märkte und die Wirtschaft.” Nun hänge es entscheidend davon ab, wie schnell die Virus-Ausbreitung eingedämmt werde. Die Konjunktur in der Euro-Zone zieht derzeit nur leicht an. Im Schlussquartal 2019 hatte das Bruttoinlandsprodukt in den 19 Euro-Ländern nur minimal um 0,1 Prozent zugelegt. Das Wachstum sei schwach ausgefallen, liege aber im Rahmen der Erwartung der EZB, sagte EZB-Präsidentin Lagarde.

Ihr Stellvertreter, EZB-Vizechef Luis de Guindos, hatte jüngst vor vorschnellen Reaktionen der Notenbank auf das Virus gewarnt. Damit sollte man sehr vorsichtig sein, sagt er. Man befinde sich in der ersten Phase des Coronavirus-Ausbruchs. Das Ifo-Institut sieht unterdessen kaum Auswirkungen auf die Konjunktur in Deutschland, sollte sich das Wirtschaftswachstum in China wegen des Coronavirus abschwächen. Die deutsche Wirtschaft würde nur um 0,05 Prozent weniger zulegen, sollte das Virus Chinas Konjunktur ebenso stark eintrüben wie es 2003 durch die Infektionskrankheit Sars geschah, sagte Ifo-Experte Timo Wollmershäuser der “Zeit”.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below