February 6, 2020 / 8:45 AM / 11 days ago

EZB-Chefin sieht Zeichen für Stabilisierung der Konjunktur

European Central Bank (ECB) President Christine Lagarde addresses a news conference on the outcome of the meeting of the Governing Council in Frankfurt, Germany, January 23, 2020. REUTERS/Ralph Orlowski

Brüssel/Frankfurt (Reuters) - Die schwächelnde Wirtschaft im Euro-Raum hat aus Sicht von EZB-Präsidentin Christine Lagarde womöglich das Gröbste überstanden.

“Sicherlich gibt es vorsichtige Anzeichen für eine Stabilisierung,” sagte sie am Donnerstag in einer Anhörung im Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments in Brüssel. Vorausschauende Wirtschaftsdaten signalisierten inzwischen etwas Optimismus. Auch seien die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Handelsstreit zwischen den USA und China zurückgegangen. Das in China ausgebrochene Coronavirus sei allerdings ein neuer Grund zur Sorge. [nL8N2A55K8]

Vor allem wegen einer schwachen Konjunktur in Frankreich und in Italien war die Wirtschaft der Euro-Zone im Schlussquartal 2019 nur minimal um 0,1 Prozent gewachsen. Doch eine Umfrage unter 5000 Firmen signalisierte zuletzt, dass die Konjunktur wieder etwas anzieht und sich die Industrie nach einem starken Einbruch etwas gefangen hat.

Aus Sicht Lagardes ist eine lockere Geldpolitik nach wie vor nötig. “Die Wirtschaft im Währungsraum braucht daher weiterhin die Unterstützung durch unsere Geldpolitik, die einen Schild gegenüber globalen Gegenwinden bereitstellt”, sagte die Französin. Gleichzeitig werde die EZB scharf auf mögliche Nebenwirkungen ihrer Geldpolitik achten. Die niedrigen Finanzierungskosten hätten hochverschuldete Firmen womöglich dazu verleitet, noch mehr Kredite aufzunehmen. Investmentfonds, Versicherer und Pensionsfonds gingen möglicherweise größere Risiken ein. Lagarde wies zudem auf steigende Immobilienpreise in einer Reihe von Euro-Ländern hin. Es gebe aber keine starken Anzeichen für eine Immobilienblase in der gesamten Euro-Zone.

LAGARDE - DÜRFEN KEINE “EIGENE ECHOKAMMER” SCHAFFEN

Der Leitzins im Währungsraum liegt seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Geldhäuser müssen zudem bereits seit Jahren Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der Notenbank über Nacht überschüssige Gelder parken. Der sogenannte Einlagensatz liegt aktuell bei minus 0,5 Prozent. Zudem erwerben die Währungshüter seit November wieder Staatsanleihen und andere Wertpapiere im monatlichen Volumen von 20 Milliarden Euro.

Die ehemalige Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) äußerte sich auch zur Kommunikation der EZB. Nachholbedarf sieht sie insbesondere im Austausch mit der breiten Bevölkerung. “Wir müssen wachsam bleiben, dass wir unseren Fokus nicht zu sehr auf die Kommunikation mit den Märkten verengen und unsere eigene Echokammer schaffen.” Zwar hätten viele Europäer von der EZB gehört, sehr wenige hätten aber ein tieferes Verständnis davon, was die Notenbank mache. “Wir müssen das verbessern.”

Die EZB-Präsidentin machte zudem der griechischen Regierung Hoffnung, dass Anleihen des Ägäis-Staates irgendwann in das laufende Anleihenkaufprogramm aufgenommen werden könnten. Falls sich die Lage in der griechischen Wirtschaft weiter verbessere, sei sie recht zuversichtlich, dass dies geschehe, sagte sie. Bislang erfüllen griechischen Staatspapiere noch nicht die Kriterien, da sie bei den Ratingagenturen Ramschstatus haben, also als hochgradig ausfallgefährdet gelten.

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