October 28, 2008 / 3:56 PM / 10 years ago

FOKUS 1-Regierung beruft Expertengruppe zur Finanzmarktreform

Berlin, 28. Okt (Reuters) - Die Bundesregierung hat am Dienstag eine Expertengruppe zur Reform der internationalen Finanzmärkte berufen. Die Kommission soll Vorschläge für neue Regeln auf den Finanzmärkten erarbeiten. Diese sollten der Bundesregierung vor allem bei der Vorbereitung und der eigenen Positionierung auf dem anstehenden Weltfinanzgipfel Mitte November in Washington helfen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Anschluss an die erste Sitzung des Gremiums. Finanzminister Peer Steinbrück sagte, der Druck für eine Neuregulierung der Finanzmärkte sei noch nie so groß gewesen wie jetzt. Darin liege eine Chance. Ziel ist, das Risiko einer erneuten Finanzkrise so weit wie möglich zu verringern. “Deutschland ist in der relativ günstigen und respektierten Rolle”, sagte Steinbrück. Die Bundesregierung habe auf internationaler Ebene schon früh im vorigen Jahr neue Finanzmarktregeln gefordert und genieße daher eine gewisse Glaubwürdigkeit.

Der Leiter der Expertengruppe “Neue Finanzmarktarchitektur”, Otmar Issing, erklärte, es sei nicht die Aufgabe des Gremiums, das aktuelle Krisenmanagement der Regierung zu bewerten. Es gehe jetzt darum, die Stellschrauben zu bestimmen, an denen man ansetzen müsse, damit das weltweite Finanzsystem künftig auf einem sicheren Fundament stehen könne, sagte der langjährige Chefvolkswirt der Deutschen Bundesbank und der Europäischen Zentralbank (EZB). Leitlinien für die Expertengruppe sind nach Regierungsangaben unter anderem mehr Transparenz auf den Finanzmärkten, eine stärkere europäische und internationale Aufsicht und eine bessere internationale Kooperation.

Das Gremium ist mit sechs Mitgliedern relativ klein. Als weitere Experten wurden berufen der Professor für Kreditwirtschaft und Finanzierung Jan Pieter Krahnen von der Universität Frankfurt, der ehemalige Generaldirektor der Europäischen Kommission, Klaus Regling, sowie William R. White, ehemaliger Chefvolkswirt der Bank für internationalen Zahlungsausgleich. Die Regierung ist mit Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen und dem Wirtschaftsberater der Kanzlerin, Jens Weidmann, vertreten.

Reporter: Matthias Sobolewski, Andreas Möser; redigiert von Thomas Krumenacker

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