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Unternehmensnachrichten

Alstom bekommt Bombardier-Zugsparte um 300 Mio Euro günstiger

A Bombardier advertising board is pictured in front of a SBB CFF Swiss railway train at the station in Bern, Switzerland, October 24, 2019. REUTERS/Denis Balibouse

München (Reuters) - Alstom hat erfolgreich nachverhandelt: Die Übernahme der Zug-Sparte des angeschlagenen kanadischen Rivalen Bombardier wird für den französischen TGV-Hersteller 300 Millionen Euro billiger als ursprünglich vereinbart.

Die Verträge seien nun unterzeichnet, teilten beide Unternehmen am Mittwoch mit. Basis für die Übernahme sei nun eine Bewertung von 7,15 Milliarden Euro einschließlich Schulden. Unter dem Strich werde Alstom aber maximal 5,3 Milliarden Euro zahlen, erklärten die Franzosen. Sie hatten gefordert, dass sich die Verluste, die die in Berlin ansässige Bombardier Transportation zuletzt ausgewiesen hatte, im Kaufpreis widerspiegeln müssten. Der kanadische Pensionsfonds CDPQ, der bisher 32,5 Prozent an der Bombardier-Zugsparte hält, tauscht seine Anteile in Alstom-Aktien und wird mit 18 Prozent größer Aktionär des französischen Konzerns.

Auch Bombardier bekommt einen Teil des Kaufpreises in Aktien. Das ums finanzielle Überleben kämpfende Unternehmen will mit dem Erlös seinen Schuldenberg von 9,3 Milliarden US-Dollar zum Teil abtragen. Nach dem Verkauf der Passagierflugzeug-Sparte - der heutigen A220 - an Airbus besteht Bombardier künftig nur noch aus dem Geschäft mit Privatflugzeugen wie dem Learjet. Die EU-Kommission hatte die Fusion zum weltweit zweitgrößten Zughersteller im Sommer durchgewinkt - wohl auch angesichts der prekären finanziellen Lage von Bombardier. Einen Zusammenschluss von Alstom mit der Zugsparte von Siemens hatten die Brüsseler Wettbewerbshüter ein Jahr zuvor noch blockiert.

An der strategischen Sinnhaftigkeit der Übernahme habe sich nichts geändert, betonte Alstom. Die Franzosen sehen weiterhin gute Chancen, die Kosten innerhalb von vier bis fünf Jahren um 400 Millionen Euro zu senken und bei Bombardier Transportation mittelfristig wieder branchenübliche Margen zu erreichen. Auch in Deutschland dürften im Zuge der Fusion Arbeitsplätze abgebaut werden.

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