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Unternehmensnachrichten

AXA muss bei Industrieversicherer XL umsteuern

The logo of insurer Axa is seen at the high profile startups and high tech leaders gathering, Viva Tech,in Paris, France May 16, 2019. REUTERS/Charles Platiau

Paris/München (Reuters) - Rückschlag für AXA-Chef Thomas Buberl: Der vor zwei Jahren für 15 Milliarden Dollar von dem französischen Konzern übernommene Großkunden- und Rückversicherer AXA XL muss seine Erwartungen zurückschrauben.

Für 2020 werde die Sparte operativ nur 1,2 Milliarden Euro Gewinn abliefern, 200 Millionen weniger als bisher gedacht, räumte der Versicherungsriese am Donnerstag ein. Vor allem die sich häufenden Naturkatastrophen-Risiken machen AXA bei XL Sorgen. Nun soll die Tochter in dem Bereich weniger riskantes Geschäft zeichnen und sich besser durch Rückversicherungsverträge absichern. Spartenchef Greg Hendrick wird durch Scott Gunter abgelöst, der vom Rivalen Chubb kommt.

“Natürlich geben wir damit Umsatz auf, aber wir schützen uns zugleich vor Frequenzrisiken”, sagte Finanzchef Etienne Bouas-Laurent. Die bisherigen Rückversicherungsverträge hätten AXA XL zwar vor Spitzenlasten geschützt, aber nicht vor der Häufung von Buschbränden und Hurrikanen, die - auch im Zuge des Klimawandels - zunehmen. Die AXA-Aktie gab in Paris 3,5 Prozent nach.

Der Kauf des Bermuda-Versicherers XL Group war das erste Prestigeprojekt des Deutschen Buberl, nachdem er 2016 an die Spitze der Nummer zwei in der europäischen Versicherungsbranche gerückt war. Buberl verteidigte die Übernahme am Donnerstag: Er habe AXA damit stärker von Schaden- und Gesundheitsrisiken und weniger von Marktschwankungen abhängig machen wollen. XL steht für etwa ein Fünftel der Beitragseinnahmen von AXA. Im abgelaufenen Jahr steigerte AXA den operativen Gewinn um vier Prozent. Der Umsatz wuchs um fünf Prozent auf 103,5 Milliarden Euro.

Im Deutschland-Geschäft trat der Allianz-Rivale im abgelaufenen Jahr beim operativen Gewinn mit 573 (2018: 576) Millionen Euro auf der Stelle, obwohl sich die Schaden-Kosten-Quote auf 94,7 von 95,6 Prozent verbesserte und der Umsatz um 3,4 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro stieg. Deutschland-Chef Alexander Vollert zeigte sich trotzdem zufrieden: “Wir haben einen klaren Fokus gesetzt und in den strategisch wichtigen Geschäftsfeldern geliefert.” Vor allem in der Sach- und Krankenversicherung habe AXA kräftig zugelegt. Die Zahl der Mitarbeiter schrumpfte um vier Prozent auf knapp 8700.

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