January 31, 2008 / 2:41 PM / 12 years ago

BNP Paribas prüft Übernahme von Societe Generale

The logo of French bank Societe Generale is seen at the entrance of its headquarters in La Defense, outside Paris, January 31, 2008. French bank BNP Paribas confirmed on Thursday that it was studying a possible bid for Societe Generale as its smaller French rival reeled from rogue trading losses and France warned off would-be foreign bidders. REUTERS/Philippe Wojazer (FRANCE)

Paris (Reuters) - Die französische Bank BNP Paribas schließt eine Übernahme des von einem Handelsskandal erschütterten Konkurrenten Societe Generale nicht grundsätzlich aus.

“Wir prüfen das, weil alle europäischen Banken es prüfen”, sagte ein BNP-Sprecher am Donnerstag. Branchenexperten bewerteten ein mögliches Zusammengehen der Geldhäuser positiv. Die französische Regierung bekräftigte unterdessen, dass sie einem ausländischen Übernahmeversuch nicht tatenlos zusehen würde.

Der BNP-Sprecher bestätigte einen Bericht der Zeitung “Le Monde”. Finanzkreise hatten Reuters zuvor gesagt, eine Offerte sei nicht auszuschließen, stehe aber wohl nicht unmittelbar bevor. Societe hatte 1999 schon einmal einen Übernahmeversuch von BNP abgewehrt. Seitdem gab es immer wieder Spekulationen über eine Fusion der beiden Banken. Societe Generale wirft dem Händler Jerome Kerviel vor, die Bank durch Börsen-Zockereien um 4,9 Milliarden Euro gebracht zu haben.

Analysten halten auch zahlreiche ausländische Institute wie Santander, BBVA und HSBC für potenzielle Interessenten. Italiens größte Bank UniCredit schließt unternehmensnahen Kreisen zufolge eine Offerte aus. Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme ab. Ein Sprecher des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy betonte, die Frage einer Übernahme stelle sich nicht. Societe Generale hat sich als stark genug bezeichnet, um unabhängig zu bleiben.

Der Fondsmanager Jacques Gautier von GSD Gestion sagte, eine Fusion von BNP und Societe Generale wäre für die Aktionäre beider Häuser zu begrüßen. Sie könne den Gewinn erhöhen und wegen starker Überschneidungen bei den Aktivitäten beider Seiten Einsparungen ermöglichen. Außerdem käme BNP dadurch zu einem doppelt so großen Privatkundengeschäft. Die Aktie von Societe Generale legte am Vormittag mehr als zwei Prozent zu, lag aber später nur noch 0,3 Prozent höher bei 82,07 Euro. Ihr Börsenwert beträgt bei den derzeitigen Kursen bis zu 40 Milliarden Euro.

Entschiedenen Widerspruch französischer Politiker erntete der luxemburgische Ministerpräsident und Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, der in einem Radiointerview gesagt hatte, ein ausländischer Bieter mit guten Plänen wäre kein Anlass zur Sorge. “Der Staat wird nicht einfach zusehen und Societe Generale irgendeinem Räuber überlassen”, sagte Sarkozy-Berater Henri Guaino dem Fernsehsender BFM. Europaminister Jean-Pierre Jouyet betonte, bei wichtigen Wirtschaftszweigen wie der Finanzindustrie sei es normal, dass der Staat ein Auge darauf behalte, in wessen Hand sich das französische Geld befinde.

Die Investmentbank Morgan Stanley senkte den angepeilten Ausgabepreis für eine Kapitalerhöhung der Societe Generale, mit der das Milliardenloch durch die Spekulationsverluste gestopft werden soll, auf 115 Euro von 154 Euro.

Die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde soll am kommenden Montag einen ersten Bericht über den Skandal bei Societe Generale vorlegen. Darin soll sie auch Empfehlungen aussprechen, wie die Handelsgeschäfte der Banken durch eigene und fremde Kontrollen besser überwacht werden können.

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