March 6, 2018 / 3:08 PM / 6 months ago

VORSCHAU-Front National soll am Wochenende verschwinden

Paris (Reuters) - Der rechtsextreme französische Front National (FN) soll am kommenden Wochenende verschwinden, um im selben Moment unter einem neuen Namen durchzustarten.

Marine Le Pen, France's far-right National Front (FN) political party leader, attends a news conference in Laon, France February 18, 2018. REUTERS/Pascal Rossignol

Die FN-Vorsitzende Marine Le Pen soll die neue Bezeichnung auf dem Parteitag in Lille bekanntgeben. Die Namensänderung soll der Partei dabei helfen, sich weiter im französischen Parteiensystem zu etablieren und neue Wähler anzulocken.

Nach der Niederlage Le Pens gegen Emmanuel Macron in der zweiten Runde der Präsidentenwahl 2017 und dem enttäuschenden Abschneiden ihrer Partei bei den Parlamentswahlen gilt der Front National als angeschlagen. Der am 10. und 11. März stattfindende Parteikongress bietet Le Pen nun die Chance, die Partei neu aufzustellen und ihre Führungsposition zu bekräftigen.

Mit der Namensänderung werde ein neues Kapitel für die Partei beginnen, sagte Le Pen kürzlich. So solle der FN offener für politische Bündnisse werden und in der Lage sein, eine Regierung zu bilden. Das bedeutet gleichzeitig eine weitere Loslösung vom Kurs ihres Vaters und Parteigründers Jean-Marie Le Pen, der mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilt wurde.

“Wir treffen Leute, die uns in jedem Punkt zustimmen. Wenn wir dann aber sagen, dass wir vom Front National sind, sagen sie: ‘Nein, bloß nicht der Front National!’”, sagte Davy Rodriguez, Vizechef der FN-Jugendorganisation. Eine Änderung des eng mit Jean-Marie Le Pen assoziierten Parteinamens sei daher unerlässlich, um eine positivere Wirkung bei den Wählern zu erzielen.

Mit der Namensänderung wird nach den Worten von Parteisprecher Sebastian Chenu auch eine Neubewertung der Parteipositionen einhergehen. So hatte sich der FN gegen die Europäische Union (EU) gestellt und im Wahlkampf für eine Abschaffung des Euro geworben. Dies kam aber nicht gut an, denn eine Mehrheit der Franzosen ist für die Gemeinschaftswährung. Nun solle der Fokus mehr auf Sicherheit und Migration gelegt werden, sagte Chenu.

Der Versuch Le Pens, den Front National durch Bündnisse mit kleineren rechten Parteien aus der politischen Isolation zu holen, könnte nach Ansicht von Analysten aber schwierig werden. Zwar sind die Sorgen wegen Globalisierung, Migration und Terror in Frankreich weiterhin präsent. Allerdings versucht auch der Chef der konservativen Les Republicains, Laurent Wauquiez, mit einem harten Kurs gegenüber Präsident Emmanuel Macron FN-Wähler zu gewinnen.

Reporterin: Ingrid Melander; geschrieben von Leo Rinke; redigiert von Andreas Kenner.

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