Reuters logo
Vizechef des Front National verlässt nach Entmachtung Partei
21. September 2017 / 07:18 / in einem Monat

Vizechef des Front National verlässt nach Entmachtung Partei

Paris (Reuters) - Nach monatelangem innerparteilichen Streit hat der stellvertretende Parteichef des Front National seinen Austritt aus der rechtsextremen Partei angekündigt.

Florian Philippot, French far-right National Front (FN) party vice-president, arrives at their party's campaign headquarters in Paris, France, April 28, 2017. REUTERS/Charles Platiau

Er lasse sich nicht lächerlich machen und trete daher aus, sagte Florian Philippot am Donnerstag im Fernsehsender France 2, nachdem Parteichefin Marine Le Pen ihren Chefberater am Vorabend weitgehend entmachtet hatte. Der 35-jährige Philippot gilt als scharfer Kritiker des Euros. Die von ihm vertretene Haltung, die Währungsunion zu verlassen, sehen parteiinterne Kritiker als einen Grund für die deutliche Niederlage Le Pens bei der Stichwahl um das Präsidentenamt gegen Emmanuel Macron im Frühjahr. Le Pen erklärte, der Front National werde sich ohne Probleme neu aufstellen und habe genügend talentierte und profilierte Leute.

Der Absolvent der Eliteschule ENA war 2011 dem Front National beigetreten und schnell zu Le Pens Chefberater aufgestiegen. Aus Philippots Feder stammen die Wahlprogramme für 2012 und 2017. Sein Abgang dürfte die Unruhe in der Partei befeuern. Zwar verliere die Partei mit Philippot und einiger seiner Gefolgsleute erfahrene Politikstrategen, sagte der Experte für rechte Parteien beim Meinungsforschungsinstitut Ifop, Jerome Fourquet. Allerdings sehe er keine Gefahr für den Bestand der Partei, da bislang alle, die den FN verlassen hätten oder herausgedrängt worden seien, keine große Rolle in der Politik mehr gespielt hätten.

Le Pen, die zum Erhalt ihrer Macht etwa ihren Vater und Parteigründer Jean-Marie Le Pen aus dem FN gedrängt hatte, gab sich gelassen. “Man sollte aufhören zu versuchen, den Front National zu beerdigen”, sagte sie dem Sender LCP. “Jedesmal, wenn das versucht wurde, kam er (der FN) stärker, mächtiger und besser aufgestellt heraus.” Le Pen kündigte an, die Partei werde weiter die Stärkung des Nationalstaats und den Kampf gegen die EU in den Mittelpunkt stellen.

Seit ihrer Wahlniederlage versucht die Partei, sich als Wortführerin der Opposition gegen den wirtschaftsliberalen EU-Befürworter Macron zu profilieren. In den vergangenen Wochen war ihr allerdings vom Chef der radikalen Linkspartei Insoumise, Jean-Luc Melenchon, der Rang abgelaufen worden. Melenchon ruft an der Seite der Gewerkschaften zu Massenprotesten gegen Macrons Arbeitsmarktreform auf. Den Parteiaustritt Philippots nannte Melenchon eine ausgezeichnete Nachricht. Der FN stehe für nichts. “Ich rufe alle auf, die verärgert, aber keine Faschisten sind, dem FN den Rücken zu kehren und sich uns anzuschließen”, sagte er dem Radiosender RTL.

Unsere Werte:Die Thomson Reuters Trust Principles
0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below