March 23, 2018 / 11:33 AM / 6 months ago

Mutmaßlich islamistischer Geiselnehmer in Frankreich getötet

Trebes (Reuters) - Ein mutmaßlicher IS-Extremist hat in Südfrankreich am Freitag drei Menschen getötet, bevor er von Polizisten erschossen wurde.

French police officers secure the area during a security operation in Carcassonne, near the supermarket of Trebes, France, March 23, 2018. REUTERS/Regis Duvignau

Innenminister Gerard Collomb bestätigte am Nachmittag den Tod des Mannes, der in einem Supermarkt Geiseln genommen und dabei zwei Menschen getötet hatte. Drei weitere Personen wurden den Angaben zufolge verletzt, eine davon schwer. Dem Sender BFM zufolge bekannte sich der Geiselnehmer zur Islamisten-Miliz IS und verlangt die Freilassung des mutmaßlichen Attentäters der Anschläge in Paris im Jahr 2015, Salah Abdeslam. Präsident Emmanuel Macron sprach von einem mutmaßlichen Terroranschlag und verwies darauf, dass die Terrorgefahr in Frankreich hoch bleibe. Minister Collomb sagte, die Polizei gehe davon aus, dass der 26-Jährige allein gehandelt habe. Er sei als Kleinkrimineller und Drogenbesitzer bekannt gewesen, habe aber nicht als islamistischer Gefährder gegolten.

Vor der Geiselnahme in der Kleinstadt Trebes schoss der Attentäter in der acht Kilometer entfernten Stadt Carcassonne auf Polizisten. Einem Sprecher der Polizeigewerkschaft zufolge tötete er dort einen Menschen mit einem Kopfschuss und verletzte zwei weitere. Laut der Staatsanwaltschaft in Paris sind Anti-Terrorismus-Ermittler im Einsatz.

BÜRGERMEISTER: MANN RIEF “ALLAHU AKBAR”

Dem Bürgermeister von Trebes zufolge rief der Mann beim Betreten des Supermarktes “Allahu Akbar” (Gott ist groß) und “Ich töte euch alle”. Zuletzt befand sich der Geiselnehmer allein mit einem Polizisten in dem Gebäude. Alle andere Geiseln waren freigekommen.

Eine Kundin des Supermarktes beschrieb, wie die Menschen den Überfall erlebten. “Ein Mann schrie und schoss mehrmals”, sagte sie dem Sender Franceinfo. “Ich sah die Tür zum Kühlraum und forderte auch andere auf, dort Schutz zu suchen. Wir waren zu zehnt und blieben dort etwa eine Stunde, bevor wir durch die Hintertür entkamen.”

Im November 2015 wurden bei mehreren Anschlägen in Paris 130 Menschen getötet. Insgesamt kamen seit 2015 bei Anschlägen von IS-Anhängern in Frankreich mehr als 240 Menschen ums Leben.

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