January 24, 2019 / 11:40 AM / in 6 months

Renault will nach Ghosn-Rücktritt neue Chefs einsetzen

Thierry Bollore, Renault Chief Operating Officer, poses after the presentation of the French carmaker Renault's 2017 annual results at their headquarters in Boulogne-Billancourt, near Paris, France, February 16, 2018. Picture taken on February 16, 2018. REUTERS/Gonzalo Fuentes

Paris (Reuters) - Nach dem Rücktritt des inhaftierten Automanagers Carlos Ghosn als Renault-Chef stellt der französische Autobauer am Donnerstag die Weichen neu.

Als künftiges Führungsteam würden dem Verwaltungsrat der bisherige Michelin-Chef Jean-Dominique Senard und Interimschef Thierry Bollore vorgeschlagen, sagte ein Regierungssprecher vor Beginn der Sitzung im Radiosender Classique. Von Insidern hatte Reuters zuvor erfahren, dass Senard Verwaltungsratsvorsitzender und Bollore Vorstandschef werden soll. Ghosn war am Mittwochabend als Renault-Chef zurückgetreten, wie Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Morgen gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg erklärte. Der französische Staat ist mit 15 Prozent größter Anteilseigner von Renault.

Ghosn sitzt seit Mitte November in Tokio in Untersuchungshaft. Ihm wird finanzielles Fehlverhalten und Untreue beim japanischen Renault-Partner Nissan vorgeworfen, an dessen Spitze er stand. Der 64-Jährige soll seine Einkünfte zu niedrig angegeben haben. Der Manager selbst weist die Vorwürfe zurück. Nissan hatte Ghosn unmittelbar nach seiner Verhaftung als Verwaltungsratschef abgesetzt. Renault hatte gezögert, weil die Gesetzesverstöße noch nicht erwiesen sind. Die französische Regierung machte zuletzt Druck und forderte Ghosns Ablösung.

Der Manager war einst treibende Kraft hinter der Auto-Allianz von Renault, Nissan und Mitsubishi. Seit seiner Verhaftung wankt das Bündnis. Die neue Renault-Spitze soll jetzt die Wogen glätten. Zu einem späteren Zeitpunkt soll zudem erneut an einer Änderung der Beteiligungsstruktur gearbeitet werden. Renault besitzt gut 43 Prozent an Nissan, die Japaner wiederum sind mit 15 Prozent an dem französischen Autobauer beteiligt.

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