January 22, 2018 / 6:13 AM / a year ago

Sanofi schluckt US-Biotechfirma für 11,6 Milliarden Dollar

Sanofi's Chief Executive Officer Olivier Brandicourt attends a news conference to present the company's 2015 annual results in Paris, France, February 9, 2016. Sanofi said it expected stable earnings per share this year after reporting lower fourth-quarter income on Tuesday, hurt by declining sales of diabetes and cancer treatments and other prescription drugs. REUTERS/Benoit Tessier

Paris/Frankfurt (Reuters) - Sanofi-Chef Olivier Brandicourt bläst zum Angriff.

Für 11,6 Milliarden Dollar übernimmt der französische Pharmakonzern die US-Biotechfirma Bioverativ, die sich auf die Behandlung der Bluterkrankheit spezialisiert hat. Sanofi will damit seine Stellung bei seltenen Krankheiten stärken, wie das Unternehmen am Montag in Paris mitteilte. Die Aktionäre von Bioverativ sollen 105 Dollar je Aktie erhalten - ein Aufschlag von 64 Prozent zum Schlusskurs am Freitag.

Die Anteilseigner von Sanofi warten schon seit längerem auf eine größere Übernahme. Bislang bewies Brandicourt, der den Konzern seit bald drei Jahren führt und von Bayer kam, kein glückliches Händchen. Ob beim US-Krebsspezialisten Medivation oder bei Europas größtem Biotechunternehmen Actelion - in beiden Übernahmewettläufen musste sich der Sanofi-Chef der Konkurrenz geschlagen geben. Bioverativ ist nun der größte Zukauf seit der rund 20 Milliarden Dollar schweren Übernahme der US-Biotechfirma Genzyme im Jahr 2011.

An der Börse konnte Sanofi trotzdem nicht punkten: Die Aktien des Pharmakonzerns fielen im frühen Handel um mehr als drei Prozent und waren mit Abstand größter Verlierer im Pariser Auswahlindex CAC40. Der Deal werfe eine Reihe von Fragezeichen auf, urteilten die Analysten von KeplerCheuvreux. Zwar biete die Übernahme kurzfristig Wachstum, das langfristige Bild sei aber nicht so klar. Dabei stelle sich vor allem die Frage, wie die Medikamenten-Pipeline von Bioverativ den Wettbewerb durch das Blutermittel Hemlibra vom Schweizer Pharmariesen Roche ausgleichen könne.

Bereits in diesem Jahr soll Bioverativ zum Gewinn der Franzosen beitragen. 2016 setzte die US-Firma 887 Millionen Dollar um und kam dabei auf einen Nettogewinn von rund 233 Millionen Dollar. Bioverativ wurde im vergangenen Jahr vom US-Biotechkonzern Biogen abgespalten. Das Unternehmen hat zwei Medikamente zur Behandlung der Bluterkrankheit Hämophilie A und B auf dem Markt und entwickelt weitere Mittel gegen andere seltene Erkrankungen des Blutes. Hämophilie ist nach Angaben von Sanofi mit einem jährlichen Medikamentenumsatz von zehn Milliarden Dollar und 181.000 erkrankten Menschen weltweit der größte Markt für seltene Krankheiten, dem ein Wachstum von mehr als sieben Prozent pro Jahr bis 2022 unterstellt wird.

In diesem Jahr sind bereits eine Reihe größerer Übernahmen in der Pharmabranche bekanntgeworden. So will etwa die US-Biotechfirma Celgene den Blutkrebsspezialisten Impact Biomedicines für bis zu sieben Milliarden Dollar kaufen und die dänische Novo Nordisk bietet 2,6 Milliarden Euro für die Biotechfirma Ablynx. Die Belgier haben die Offerte aber als zu niedrig zurückgewiesen. Bei Bioverativ hat der Aufsichtsrat der Übernahme durch Sanofi bereits zugestimmt.

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