March 17, 2020 / 10:20 AM / 23 days ago

Frankreich schnürt 45-Mrd-Euro-Hilfspaket für heimische Firmen

French Finance Minister Bruno Le Maire leaves after the weekly cabinet meeting at the Elysee Palace in Paris, France March 4, 2020. REUTERS/Charles Platiau

Paris (Reuters) - Frankreich rechnet wegen der Virus-Krise für das laufende Jahr mit einer schrumpfenden Wirtschaft und will mit weiteren Milliarden-Hilfen den Kollaps von Firmen verhindern.

“Ich werde nicht zögern, alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um große französische Unternehmen zu schützen”, sagte Finanzminister Bruno Le Maire am Dienstag. Dabei seien auch Verstaatlichungen denkbar. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone werde zunächst 45 Milliarden Euro Sofort-Hilfe mobilisieren. “Wir wollen keine Firmenpleiten”, erklärte Le Maire. Das Geld komme zu den 300 Milliarden Euro an Staatsbürgschaften hinzu, die Präsident Emmanuel Macron am Montag zugesagt habe. Es werde ein neues Haushaltsgesetz geben, das für 2020 von einem Schrumpfen der Wirtschaft des Landes um ein Prozent zur Basis ausgehe.

Frankreich reiht sich mit seinen Hilfen in die Schritte anderer Länder ein. So hatte am Montag Italien Maßnahmen im Volumen von 25 Milliarden Euro beschlossen. Die Finanzminister der Länder aus der Euro-Zone hatten erklärt, Hilfen in Höhe von einem Prozent der Wirtschaftsleistung einsetzen zu wollen.

In Frankreich soll auch der öffentliche Verkehr weiter reduziert werden, um eine Virus-Ausbreitung zu verhindern. Verkehrs-Staatssekretär Jean-Baptiste Djebbari sagte, der staatliche Bahnbetreiber SNCF werde in dieser Woche noch etwa 50 Prozent der normalen Kapazität bereitstellen. In der kommenden Woche werde dies weiter eingeschränkt. Auch das Angebot der Fluggesellschaft Air France-KLM werde zusammengestrichen.

In Paris drängten am Dienstagvormittag zahlreiche Menschen zu den zentralen Bahnhöfen, um die Hauptstadt zu verlassen, so lange Züge noch fahren. Am Gare du Nord richteten sich viele Blicke auf die Anzeige-Tafeln, auf denen die Abfahrtzeiten bekanntgegeben wurden. Einige der Menschen trugen Atemschutz-Masken. “Wir sind lieber in einem größeren Haus mit Garten als in der Wohnung hier in Paris”, sagte etwa Camille, eine Journalistin, die mit ihrem Partner zum Haus ihrer Mutter in Nordfrankreich fahren wollte. Zugleich wurden Sorgen laut, dass sich das Virus durch die aus der Stadt kommenden Menschen schneller im ganzen Land ausbreiten könnte. Gesundheitsminister Olivier Veran wies vorsorglich darauf hin, dass die Einschränkungen für das öffentliche Leben an der Küste genauso gelten wie in Paris.

Die Börsen will Finanzminister Le Maire trotz der jüngsten Kurs-Turbulenzen nicht schließen. Es gebe andere Maßnahmen, die zuvor eingesetzt werden könnten, sagte er. Dazu gehöre etwa das Verbot von Leer-Verkäufen, das die Marktaufsicht zunächst für 24 Stunden angeordnet habe und das bis auf einen Monat ausgeweitet werden könne. Er werde aber nicht zögern, alle Instrumente einzusetzen, um französische Firmen zu schützen, die an den Finanzmärkten angegriffen würden. Die Marktaufsicht hatte zuvor für Dienstag Leerverkäufe von 92 Aktien, untersagt. Damit soll ein “ungeordneter Kursverfall” verhindert werden. Die Deutsche Börse plant bislang kein Leerverkaufsverbot.

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