July 4, 2019 / 12:14 PM / in 18 days

Britische Marine stoppt iranischen Tanker wegen Syrien-Sanktionen

Oil supertanker Grace 1 on suspicion of being carrying Iranian crude oil to Syria is pictured after being detained near Gibraltar, Spain in this screen grab obtained from a video on July 4, 2019. GIBRALTAR BROADCASTING CORPORATION/REUTERS TV via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. MANDATORY CREDIT. Broadcasters: MUST ONSCREEN COURTESY GIBRALTAR BROADCASTING CORPORATION Digital: MUST ONSCREEN COURTESY GIBRALTAR BROADCASTING CORPORATION . For Reuters customers only.

- von Jonathan Saul und Parisa Hafezi

London/Dubai (Reuters) - Die britische Marine hat vor Gibraltar einen iranischen Öl-Tanker festgesetzt, der gegen EU-Sanktionen gegen Syrien verstoßen haben soll.

Es gebe Grund anzunehmen, dass die “Grace 1” die Banijas-Raffinerie in Syrien ansteuern wollte, teilte die Regierung der britischen Exklave am Donnerstag mit. Die örtlichen Behörden hätten daher die Hilfe der Streitkräfte angefordert. Von der Nachrichtenagentur Reuters ausgewertete Verschiffungsdaten deuteten zudem darauf hin, dass das Öl des Tankers nicht wie in den Unterlagen aufgeführt aus dem Irak, sondern dem Iran stammte. Dies wiederum würde auch US-Sanktionen verletzen. Das iranische Außenministerium verurteilte das Vorgehen gegen den Tanker und bestellte den britischen Botschafter ein.

Die EU stellt seit 2011 Öl-Lieferung an Syrien unter Strafe. Nun wurde deswegen aber zum ersten Mal ein Tanker auf See abgefangen. Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo erklärte, die Eigentümer von Banijas fielen unter die EU-Sanktionen gegen Syrien. Zu dem Ursprung der Ladung äußerte er sich nicht. Ein Sprecher der britischen Premierministerin Theresa May begrüßte das Vorgehen der Regionalregierung.

Die spanische Regierung erklärte dagegen, die “Grace 1” sei offenbar in spanischen Gewässern gestoppt worden. Großbritannien habe auf Bitten der USA gehandelt. Eine Stellungnahme des britischen Außenministeriums dazu lag nicht vor. Die Regierung in London und Madrid streiten über den Status von Gibraltar.

Die USA haben nach ihrer einseitigen Aufkündigung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran Sanktionen gegen das Land verhängt, die insbesondere die Ölindustrie treffen sollen. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben nach dem Abschuss einer amerikanischen Drohne zuletzt zugenommen. Einem Reuters-Bericht zufolge war die “Grace 1” einer von vier Tankern, der jüngst die US-Strafmaßnahmen durch eine Lieferung von Öl nach Singapur und China umgingen. Das iranische Außenministerium erklärte am Donnerstag, der Tanker gehöre der islamischen Republik. Das Schiff fährt unter der Flagge Panamas, zuständig für den Betrieb soll ein Unternehmen in Singapur sein.

Dem Datenanbieter Refinitiv zufolge fuhr der Supertanker um die Südspitze Afrikas herum zum Mittelmeer statt den Weg über den Suez-Kanal zu wählen. Beladen wurde er den offiziellen Unterlagen zufolge im irakischen Hafen von Basra. Allerdings taucht er dort in den Büchern nicht auf. Zudem war der Transponder des Schiffs ausgeschaltet. Als es wieder geortet werden konnte, befand es sich voll beladen nahe dem iranischen Hafen Bandar. Dem Analysten Homayoun Falakshahi vom Energie-Datenunternehmen Kpler zufolge lud die “Grace 1” ihr Öl eigentlich Mitte April am iranischen Insel-Exporthafen Charg.

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