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Wirtschaftsnachrichten

Griechenlands Wirtschaft stürzt ab - Corona trifft Tourismus

People make their way outside the headquarters of the Bank of Greece in Athens, Greece, September 3, 2020. REUTERS/Alkis Konstantinidis

Athen (Reuters) - Die Corona-Krise hat in Griechenland eine Rekord-Talfahrt der Wirtschaft ausgelöst.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im Zeitraum von April bis Juni um 14 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Elstat am Donnerstag mitteilte. Der Absturz ist Folge eines Lockdowns, der im März zur Eindämmung des Virus verhängt wurde. Das Land steckt aber bereits seit dem Herbst vorigen Jahres in der Rezession. Das BIP schrumpfte im vierten Quartal 2019 um 0,9 Prozent und Anfang 2020 dann um 0,7 Prozent. Das Mittelmeerland hatte sich zuvor erst allmählich von den Folgen der Schuldenkrise erholt, die Griechenland an den Rand der Staatspleite trieb.

Diese konnte nur mit Milliardenhilfen aus Europa und vom IWF abgewendet werden, die an strikte Reform- und Sparauflagen gebunden waren. Das dritte Rettungsprogramm endete im August 2018. Die Corona-Krise trifft das Land mit voller Wucht, da Griechenland Einnahmen aus dem Tourismus und Seeverkehr wegbrechen. Für 2020 wird ein BIP-Minus von bis zu zehn Prozent erwartet.

Das Land sieht sich zudem wachsenden Spannungen mit der Türkei ausgesetzt. Die Nachbarn und Erzrivalen erheben beide Ansprüche auf Seegebiete im östlichen Mittelmeer, in denen Öl- und Gasvorkommen vermutet werden. Griechenlands Finanzminister Christos Staikouras erklärte jüngst, das Land sei bereit, einen Teil seiner finanziellen Reserven für Waffenkäufe zu verwenden. Ziel sei es, nach vielen Sparrunden beim Wehretat die Abschreckung zu stärken.

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