January 3, 2020 / 6:35 AM / 7 months ago

Gas-Pipeline-Projekt zwischen Ost-Mittelmeer und Europa angeschoben

(From L to R) Cypriot President Nicos Anastasiades, Greek Prime Minister Kyriakos Mitsotakis and Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu pose for a photo before signing a deal to build the EastMed subsea pipeline to carry natural gas from the eastern Mediterranean to Europe, at the Zappeion Hall in Athens, Greece, January 2, 2020. REUTERS/Alkis Konstantinidis

Athen (Reuters) - Griechenland, Zypern und Israel wollen eine Pipeline zum Transport von Erdgas aus dem östlichen Mittelmeer nach Europa bauen.

Die Energieminister der drei Länder unterzeichneten am Donnerstag ein Vereinbarung über die 1900 Kilometer lange Unterwasser-Röhre. Demnach soll die Finanzierung des milliardenschweren Projekts “EastMed” bis 2022 stehen und der Bau der Pipeline bis 2025 abgeschlossen sein. Widerstand gegen das Vorhaben gibt es von der Türkei, die erst kürzlich mit Libyen eine bilaterale Vereinbarung über Seegrenzen im Mittelmeer geschlossen hatte. Experten zufolge könnte dies den Bau der EastMed-Pipeline behindern, da die Leitung durch eine geplante türkisch-libysche Wirtschaftszone verlaufen würde.

Die Staats- und Regierungschefs Griechenlands, Israels und Zyperns - Kyriakos Mitsotakis, Benjamin Netanjahu und Nicos Anastasiades - betonten, ihre Übereinkunft richte sich nicht gegen andere Länder. Der Vertrag unterstütze vielmehr das gemeinsame Ziel von Frieden, Sicherheit und Stabilität in der besonders sensiblen Region des östlichen Mittelmeers, sagte Anastasiades. Die Türkei reagierte dennoch ablehnend: Die Pipeline sei unnötig, weil es über die Türkei bereits die besten Transportwege für Gas aus der Region nach Europa gebe, erklärte das Außenministerium in Ankara. Jedes Vorhaben, das die Rechte der Türkei und der türkischen Nordzyprer auf Rohstoffe missachte, werde scheitern.

Zwischen der Türkei und Zypern gibt es bereits Streit über die Gasförderung vor der geteilten Insel. Im östlichen Mittelmeer werden verstärkt Gasvorkommen ausgebeutet, es fehlt aber noch an Transport-Infrastruktur. Zudem sind die Beziehungen der Anrainer-Staaten, zu denen auch Syrien, Ägypten und der Libanon gehören, wegen verschiedener Konflikte gespannt.

Die geplante Pipeline soll Gas aus den Gewässern vor Zypern und Israel über die griechische Insel Kreta nach Italien transportieren. Hinter dem Projekt steht ein Gemeinschaftsunternehmen der griechischen Gasfirma Depa und dem italienischen Energiekonzern Edison. Laut Griechenland muss Italien dem Vorhaben auch noch zustimmen.

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