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IWF - Griechenland soll Schulden bis 2080 abstottern
May 20, 2016 / 4:27 PM / 2 years ago

IWF - Griechenland soll Schulden bis 2080 abstottern

Brüssel (Reuters) - Der Internationale Währungsfonds fordert weitreichende Schuldenerleichterungen für Griechenland für die nächsten 64 Jahre und geht damit auf Konfrontationskurs zu den Geldgebern aus der Euro-Zone.

Die Laufzeit der Kredite aus den drei Euro-Rettungsprogrammen solle insgesamt bis 2080 verlängert werden, hieß es in einem Dokument des IWF, das der Nachrichtagentur Reuters am Freitag vorlag. Zugleich solle die Schonfrist bis zum Beginn dieser Rückzahlungen bis mindestens 2040 ausgedehnt und die Zinssätze für die Kredite aus den Programmen der Euro-Rettungsschirme EFSF und ESM bis 2045 auf 1,5 Prozent begrenzt werden. Angesichts der IWF-Vorstellungen bezweifelte der finnische Finanzminister Alexander Stubb, dass die Eurogruppe am Dienstag eine Einigung über Schuldenerleichterungen findet.

Nach den Plänen des IWF würde sich die Schonfrist bei der Rückzahlung der Kredite aus dem ersten Hilfsprogramm um 20 Jahre, beim zweiten um 17 und beim dritten um bis zu sechs Jahre verlängern. Die Laufzeit würde auf 20 bis 40 Jahre ausgedehnt. Der Fonds plädierte zudem dafür, dass die Details der Erleichterungen frühzeitig festgelegt werden. Dagegen hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wiederholt betont, dass konkrete Zahlen erst nach Ende des laufenden Hilfsprogramms 2018 vereinbart werden sollten, falls dies dann notwendig sei.

Der IWF macht seine Beteiligung am dritten Hilfspaket aber von Schuldenerleichterungen abhängig, Deutschland und andere Euro-Staaten wiederum bestehen auf einer solchen Teilnahme des Fonds. Dieser Widerspruch hatte zuletzt die Griechenland-Verhandlungen ebenso belastet wie der erneute Streit der Geldgeber mit der Regierung in Athen über Reformmaßnahmen.

Kommenden Montag beraten die Euro-Finanzminister über eine Auszahlung weiterer Milliardenhilfen für Griechenland. Der finnische Minister Stubb äußerte sich zuversichtlich, dass die Eurogruppe dann eine Auszahlung von rund zehn Milliarden Euro an die Regierung in Athen auf den Weg bringen kann. “Ich bin aber nicht hoffnungsvoll, dass wir eine Entscheidung über Schuldenerleichterungen erreichen können”, sagte Stubb. Die Positionen zwischen IWF und Euro-Zone lägen zu weit auseinander. Schäuble sagte beim G7-Finanzministertreffen in Japan, dass man bei Griechenland auf einem guten Weg sei. Zu Details äußerte er sich nicht. Das griechische Parlament muss noch über einen von den Geldgebern geforderten Notfall-Mechanismus abstimmen, der im Falle einer Schieflage des griechischen Haushaltes greifen soll.

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