July 1, 2015 / 5:18 AM / 4 years ago

Athen lässt Frist für Rückzahlung an IWF verstreichen

The flags of the European Union and Greece flutter at the Greece consulate in New York June 30, 2015. REUTERS/Eduardo Munoz - RTX1IHVG

Washington (Reuters) - Griechenland taumelt in die Pleite.

Der hoch verschuldete Staat ist bis zur Frist am Dienstagabend der 1,6 Milliarden Euro schweren Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Internationalen Währungsfonds nicht nachkommen, wie der IWF mitteilte. Griechenland ist damit der erste Industriestaat, der beim IWF Rückstände hat. Bisher blieben dort unter anderen Zimbabwe, Sudan und Kuba Zahlungen schuldig.

Athen könne nun nur weitere IWF-Mittel bekommen, sobald die Rückstände ausgeräumt seien, erklärte der Sprecher des Fonds, Gerry Rice. Der IWF bestätigte zudem, dass Griechenland noch in letzter Minute gebeten habe, die Zahlung erst später leisten zu müssen. Darüber werde der Fonds um IWF-Chefin Christine Lagarde zu gegebener Zeit beraten.

Um Mitternacht lief zudem das Hilfsprogramm der griechischen Euro-Partner aus. Weil sich die linksgerichtete Regierung in Athen nicht rechtzeitig mit den internationalen Geldgebern auf die Reform- und Sparauflagen für weitere Hilfen einigen konnte, dürfte der klamme Staat nun immer mehr Probleme bekommen. Der Kapitalverkehr ist bereits stark eingeschränkt. Zudem fehlen nun die eigentlich schon zugesicherten Milliarden bei der Bezahlung von Löhnen und Zinsen. Neue Vorschläge aus Athen zur Lösung des Konflikts in letzter Minute kamen zu spät in Brüssel an, auch wenn die Verhandlungen in den nächsten Tagen weitergehen sollen.

Die griechische Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren um ein Viertel geschrumpft, die Arbeitslosigkeit die höchste in der Euro-Zone. Regierungschef Alexis Tsipras macht dafür vor allem die Sparauflagen verantwortlich. Er dringt auf einen Schuldenschnitt und frische Gelder aus der EU, lehnt die geforderten Reformen etwa im Renten- und Steuersystem aber ab.

Die Rating-Agentur Fitch stufte die Note für die langfristige Bonität Griechenlands um eine Stufe auf “CC” herab. Wegen der zunächst gescheiterten Verhandlungen im Schuldendrama steige das Risiko, dass Hellas auch in den nächsten Monaten seinen Verpflichtungen nicht nachkommen könne.

Im Zentrum der Kritik stand zuletzt vor allem Tsipras, der trotz Zugeständnissen der Gläubiger kaum nachgab. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, warf allerdings den Geldgebern vor, zu viel verlangt zu haben: “Auch wenn Einsparungen langfristig notwendig sind, so haben sie die griechischen Institutionen überfordert und letztlich die Krise noch weiter vertieft”, sagte er der “Neuen Osnabrücker Zeitung”. Um noch größeren Schaden abzuwenden, müsse nun ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone verhindert werden.

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