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Unternehmensnachrichten

AstraZeneca erwartet Impfstoffdaten noch 2020 - Auslieferung in UK verzögert sich

FILE PHOTO: A test tube labelled with the Vaccine is seen in front of AstraZeneca logo in this illustration taken, September 9, 2020. REUTERS/Dado Ruvic/Illustration/File Photo

London/Frankfurt (Reuters) - Der britische Pharmakonzern AstraZeneca will noch in diesem Jahr Daten aus den entscheidenden Studien mit seinem Corona-Impfstoff vorlegen.

In Großbritannien wird sich der ursprünglich geplante Zeitplan für die Auslieferung der Impfung aber verzögern. Die Leiterin der britischen Impfstoff-Task-Force, Kate Bingham, sagte am Donnerstag, Großbritannien werde dieses Jahr wohl nur vier Millionen Dosen des Impfstoffes erhalten statt der ursprünglich einmal bis Ende September erwarteten 30 Millionen Dosen.

AstraZeneca erklärte, der Konzern halte die Lieferungen noch zurück, um die Haltbarkeit zu maximieren, da er noch auf Daten aus den späten klinischen Studien mit dem Impfstoff warte. “Wir sind etwas spät dran bei der Lieferung, deshalb wurde der Impfstoff in gefrorener Form aufbewahrt”, sagte Vorstandschef Pascal Soriot. Die Studiendaten hätten sich verzögert, weil das Infektionsgeschehen im Vereinigten Königreich im Sommer zurückgegangen sei. Dadurch gab es zu wenige Infizierte, die andere anstecken können, um die Wirksamkeit der Impfstoffe zu überprüfen.

Die Daten aus den entscheidenden klinischen Studien seien noch dieses Jahr zu erwarten, bekräftigte das Unternehmen. Dann sollten in sovielen Ländern wie möglich zur gleichen Zeit Notfallgenehmigungen für den Impfstoff gestellt werden, sagte Soriot. Der Impfstoff werde in großen Behältern eingefroren und erst in Fläschchen abgefüllt und bei Kühlschranktemperatur aufbewahrt, wenn er sich der Zulassung nähere. AstraZeneca sei aber für den Start vollauf vorbereitet. Der wöchentliche Lieferplan des Unternehmens sollte in etwa dem entsprechen, was die britische Regierung für ihre Impfpläne vorsehe.

AstraZeneca gehört neben dem Duo BioNTech/Pfizer sowie dem US-Biotechkonzern Moderna zum Kreis der führenden Unternehmen in Rennen um einen Corona-Impfstoff. Zahlreiche Regierungen haben sich Millionen Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca bereits vorab gesichert, auch die Europäische Kommission hat einen Kaufvertrag unterschrieben.

Auch bei anderen Projekten in der Pipeline kommt AstraZeneca voran. Zwei wichtige Medikamente des Unternehmens, die Krebsarznei Lynparza und das Diabetesmittel Forxiga, erhielten in Europa grünes Licht für einen breiteren Einsatz. Im abgelaufenen dritten Quartal baute AstraZeneca seinen Umsatz dank wachsender Geschäften mit neuen Medikamenten um drei Prozent auf 6,58 Milliarden Euro aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie sank indes um vier Prozent auf 94 Cent und fiel damit etwas schwächer als von Analysten erwartet aus. Seine Ziele für das Gesamtjahr bekräftigte das Unternehmen.

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