February 3, 2020 / 7:18 AM / in 24 days

737-MAX-Krise bremst Passagierwachstum bei Ryanair

A person with an umbrella walks by a Boeing 737 Max fuselage parked outside the company's production facility in Renton, Washington, U.S. January 10, 2020. REUTERS/Lindsey Wasson

Dublin (Reuters) - Wegen des immer länger dauernden weltweiten Flugverbots der Unglücksmaschine Boeing 737 MAX hat die irische Billig-Airline Ryanair ihr langfristiges Ziel für das Passagierwachstum eingedampft.

Europas größte Fluggesellschaft hatte geplant, die Marke von 200 Millionen Fluggästen bis März 2024 zu knacken, rechnet nun aber erst 2025 oder sogar 2026 damit, teilte Ryanair am Montag mit. Mit einem Bestellvolumen von insgesamt 210 Max-Modellen ist die Airline, die ausschließlich mit Boeing-Maschinen fliegt, einer der größten Abnehmer des Flugzeugmodells, das wegen zweier Abstürze im Oktober 2018 und im März 2019 mit 346 Todesopfern am Boden bleiben muss. Trotz fehlender neuer Flugzeuge erzielte der Lufthansa-Rivale im dritten Quartal aber robustes Wachstum, was der Aktie in Dublin Auftrieb gab.

Ursprünglich sollten in diesem Sommer 58 neue Max-Flieger für Ryanair in Betrieb gehen. Jetzt rechnet Konzernchef Michael O’Leary mit der ersten Lieferung von Boeing frühestens im September. Es könnten deshalb bis Sommer nächsten Jahres erst 55 neue, verbrauchsärmere Jets in Dienst gestellt werden. Die Airline kalkuliert deshalb im kommenden, ab April startenden Geschäftsjahr 2021 mit 157 Millionen Fluggästen oder einem Zuwachs von nur 2,5 Prozent. Im laufenden Geschäftsjahr fliegen voraussichtlich 154 Millionen Kunden mit Ryanair, ein Anstieg von acht Prozent. In den fünf Jahren zuvor zählten die Iren im Schnitt jährlich zehn Prozent mehr Buchungen.

HARTE KONKURRENZ IN WIEN

Nach der Pleite von Air Berlin und mehreren kleinen Fluggesellschaften war am europäischen Markt ein Kampf um Marktanteile entbrannt. Die Airlines bauten Kapazitäten so stark auf, dass die Ticketpreise sanken. Jetzt hat sich die Entwicklung umgekehrt, wozu auch das Fehlen neuer MAX-Modelle beitrug. Ryanair habe noch besser abgeschnitten als erwartet, erklärte Gerald Khoo, Analyst von Liberum. Der Umsatz des Billigfliegers stieg von Oktober bis Dezember um 21 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, wie Ryanair mitteilte. Der durchschnittliche Ticketpreis lag neun Prozent über Vorjahr. Im saisonal schwachen Winterquartal verdiente Ryanair unter dem Strich 88 Millionen Euro nach einem Verlust von 66 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Die österreichische Tochter Lauda, die Ryanair durch die Pleite von Air Berlin ergattert hatte, leidet unterdessen weiter unter dem heftigen Konkurrenzkampf in Wien. Am Flughafen Wien-Schwechat herrsche durch zweistelliges Wachstum des Angebots und dem nicht nachlassenden Wettstreit von Ryanair, der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines und der ungarischen Billigairline Wizz “brutale Überkapazität”, erklärte Daniel Röska, Branchenanalyst von Bernstein Research. Eine Entspannung sei nicht in Sicht, so dass die Ergebnisse in Österreich unter Druck blieben. Erwartet werde ein Verlust von 90 Millionen Euro. Für die Airline-Gruppe bekräftigte Ryanair das erst im Januar erhöhte Gewinnziel von 950 Millionen bis 1,05 Milliarden Euro, das somit auf Vorjahresniveau liegen würde.

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