June 22, 2018 / 6:02 AM / 4 months ago

Airbus sieht Großbritannien-Präsenz durch Brexit gefährdet

Paris/London (Reuters) - Zwei Jahre nach dem Brexit-Votum schlägt Airbus Alarm für seinen britischen Standort.

An Airbus logo is seen on a prototype of a Mars rover during the Confederation of British Industry's (CBI) annual conference in London, Britain November 21, 2016. REUTERS/Stefan Wermuth

Sollte es zu einem EU-Ausstieg der Briten ohne Vertrag über künftige Handelsbeziehungen kommen, stehe die langfristige Präsenz des europäischen Luftfahrtkonzerns im Königreich infrage, erklärte das Unternehmen in einem Memorandum. “Einfach gesagt, ein No-Deal-Szenario gefährdet direkt die Zukunft von Airbus in Großbritannien”, sagte der für das operative Geschäft von Airbus Commercial Aircraft zuständige Manager Tom Willliams am Freitag der BBC. Damit wären Tausende Jobs in Großbritannien gefährdet, wo Airbus Flügel für seine Passagiermaschinen herstellt. In der Branche gilt auch Deutschland als Alternativ-Standort.

Ohne einen Brexit-Vertrag könne Airbus in Großbritannien keine Investitionsentscheidungen treffen, warnte das Unternehmen. Dies gelte auch für die Produktion der nächsten Generation von Tragflächen. Hier werde ernsthaft in Erwägung gezogen, nach Alternativen zu suchen, führte Manager Williams aus. Laut Experten läuft die Konkurrenz um die Produktion dieser Großbauteile längst. Als Rivalen für Großbritannien gelten neben Deutschland auch Spanien und Südkorea.

LONDONER REGIERUNG VERWEIST AUF FORTSCHRITTE IN BRÜSSEL

Laut Williams hängen in Großbritannien insgesamt 100.000 Arbeitsplätze von Airbus ab. Direkt beschäftigt das europäische Unternehmen dort 14.000 Mitarbeiter. Flugzeugflügel werden in einer modernen Anlage in Wales hergestellt. Analysten rechnen trotz der eindringlichen Warnung nicht mit einem überstürzten Airbus-Abschied von der Insel, allein schon wegen langer Vorlaufzeiten beim Bau und Wartelisten der Kunden.

Airbus erhöht aber den Druck auf die britische Regierung bei ihren Brexit-Verhandlungen in Brüssel. Airbus kritisierte auch die dabei bisher in London angepeilte Übergangsfrist bis Ende 2020: Diese sei zu kurz für den Konzern, um seine Lieferkette anzupassen. Sollte der Zeitplan Bestand haben, würde Airbus von einem Ausbau seines britischen Zulieferernetzes absehen. Eine Regierungssprecherin reagierte mit dem Hinweis, dass die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der EU Forschritte machten. Erst kürzlich hatte auch Siemens vor einem Ausstieg der Briten aus der EU-Zollunion ohne Anschlussregelung gewarnt.

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