October 25, 2019 / 7:50 AM / 20 days ago

Gewinnziele von Großbank Barclays wackeln

FILE PHOTO: Traders work on the trading floor of Barclays Bank at Canary Wharf in London, Britain December 7, 2018. REUTERS/Simon Dawson/File Photo

London (Reuters) - Die britische Großbank Barclays stellt angesichts der schwächelnden Weltwirtschaft und dem bevorstehenden Brexit ihre Gewinnziele infrage.

“Wir sind uns bewusst, dass der Ausblick für das nächste Jahr jetzt zweifellos schwieriger ist als vor einem Jahr, insbesondere angesichts der Unsicherheit über die britische Wirtschaft und das Zinsumfeld”, sagte Vorstandschef Jes Staley am Freitag bei der Vorlage der Quartalszahlen. Für 2020 hat sich Barclays eine Eigenkapitalrendite (ROTE) von zehn Prozent vorgenommen. Für das dritte Quartal 2019 wies die Bank einen bereinigten Gewinn vor Steuern von 1,8 Milliarden Pfund (2,1 Milliarden Euro) aus - allerdings sind darin Kosten von 1,4 Milliarden Pfund für die Entschädigung von Kunden wegen des Verkaufs unnötiger Restschuldversicherungen nicht enthalten.

Der Skandal um Restschuldversicherungen beschäftigt Großbritannien seit Jahren. Viele Kunden wurde vorgegaukelt, sie müssten die teueren Versicherungen kaufen, um überhaupt einen Kredite zu erhalten. Oder ihnen wurde still und heimlich die Versicherung mitverkauft, die im Falle von Tod, Arbeitslosigkeit oder Krankheit für die noch ausstehenden Raten aufkommt. Für die Banken war das Geschäft wegen hoher Prämien und geringer Schadensfälle hochprofitabel. Ende August war die Frist abgelaufen für Rückforderungen der Kunden, die sich falsch beraten sahen. Zahlreiche Kreditnehmer hatten kurzfristig noch ihre Beschwerden eingereicht, weshalb Barclays und andere Häuser wie RBS und Lloyds ihre Rückstellungen dafür erhöhen mussten. Insgesamt kostet der Skandal die Branche mehr als 43 Milliarden Pfund. Unter dem Strich stand bei Barclays daher im dritten Quartal ein Verlust von 292 Millionen Pfund, nach einem Gewinn von 1,05 Milliarden im Vorjahresquartal. Dennoch zeigte sich Staley zuversichtlich, das Renditeziel von neun Prozent im laufenden Jahr zu erreichen.

Im Investmentbanking konnte Barclays den berichteten Gewinn im dritten Quartal um 67 Prozent steigern. Die Erträge im Handel mit Anleihen, Rohstoffen und Devisen wuchsen um 19 Prozent, im Aktienhandel legten sie um fünf Prozent zu. Das verschafft Staley Rückenwind, der sich heftiger Kritik seitens des aktivistischen Investors Edward Bramson ausgesetzt sieht. Bramson fordert seit anderthalb Jahren, dass Barclays im Investmentbanking den Rotstift ansetzen solle, da dieser Bereich regelmäßig geringere Renditen abwirft als das Privatkunden- und das Kreditkartengeschäft.

Im Privatkundengeschäft beklagte Barclays wie zuvor schon Konkurrenten einen harten Wettbewerb bei Hypotheken. Zudem scheuen Verbraucher davor zurück, Kredite aufzunehmen. Beides drückt auf die Erträge und die Margen der Bank.

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