November 23, 2017 / 11:27 AM / in 21 days

Verbraucher halten britische Wirtschaft in Schwung

London (Reuters) - Die britische Wirtschaft hat ihr Wachstum im Sommerquartal dank kauffreudiger Verbraucher leicht beschleunigt.

A shop assistant counts piles of British Pound Sterling banknotes at an Apple store in London, Britain November 18, 2017. REUTERS/Russell Boyce

Trotz der Brexit-Unsicherheiten legte das Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September um 0,4 Prozent zu, wie das Statistikamt am Donnerstag mitteilte und damit eine frühere Schätzung bestätigte. Im zweiten Quartal lag das BIP-Plus bei 0,3 Prozent. Allerdings wachsen andere Industrienationen deutlich schneller: Deutschland schaffte zuletzt ein Plus von 0,8 Prozent, die USA von 0,7 Prozent und die Euro-Zone von 0,6 Prozent.

Obwohl die steigende Inflation in Großbritannien im Zuge des Votums für einen EU-Austritt die Kaufkraft drückt, zogen die Konsumausgaben auf der Insel mit 0,6 Prozent so kräftig an wie seit einem Jahr nicht mehr und erwiesen sich damit als Konjunkturstütze. Besonders die Autoverkäufe legten im Sommer zu. Im Oktober allerdings hielten sich die Briten wieder mit dem Kauf von Neuwagen zurück, die Nachfrage sank um 2,9 Prozent. Für das Gesamtjahr wird damit gerechnet, dass der Autoabsatz erstmals seit 2011 sinkt. Besser sieht es für die Branche im Ausland aus. Das verhalf ihr im vorigen Monat laut dem Branchenverband SMMT zu einem Produktionsplus von 3,5 Prozent auf 157.056 Fahrzeuge.

Die Regierung hat wegen der Folgen des geplanten EU-Austritts ihre Wachstumsprognosen kräftig gesenkt. Für dieses Jahr wurde die Vorhersage auf 1,5 von 2,0 Prozent gekappt, für 2018 auf 1,4 von 1,6 Prozent. Für 2019 - das Jahr des Brexit - und 2020 werden jetzt jeweils nur noch 1,3 Prozent veranschlagt. Die Austrittsverhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union verlaufen zäh, was Unternehmen verunsichert und Investitionen bremst. Mehrere Punkte sind umstritten, darunter die Schlussrechnung, die die Briten bei einem Abschied aus der Staatengemeinschaft Ende März 2019 begleichen sollen.

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