February 7, 2012 / 12:27 PM / 6 years ago

BP muss noch immer Geld wegen Ölpest in USA zurücklegen

London (Reuters) - Der britische Ölmulti BP wappnet sich fast zwei Jahre nach der schweren Ölpest im Golf von Mexiko gegen eine Prozessflut.

Rund 600 Zivilverfahren stehen dem Konzern ab dem 27. Februar bevor. Für Klagen nach 2012 legte BP zusätzlich 500 Millionen Dollar beiseite, wie das britische Unternehmen am Dienstag bekanntgab. Bislang hatte es eine Milliarde Dollar für Anwaltskosten veranschlagt. Konzernchef Bob Dudley stellte außergerichtliche Einigungen zu “fairen und angemessenen Bedingungen” in Aussicht. Er sei aber auch bereit, zu kämpfen, erklärte Dudley.

Insgesamt hat BP bislang 43 Milliarden Dollar für die Folgeschäden der größten Umweltkatastrophe der USA ausgegeben. Im vergangenen Jahr fiel die Summe um 1,8 Milliarden Dollar höher aus als zuvor veranschlagt. Nach der Explosion der Bohrinsel “Deepwater Horizon” floss fast 90 Tage lang Öl ins Meer. Es richtete an Flora, Fauna, in der Fischwirtschaft und im Tourismus große Schäden an.

An der Rechnung für die Aufräumarbeiten beteiligen sich auch die Partner von BP, der US-Konzern Anadarko Petroleum und die japanische Mitsui. Dank deren fünf Milliarden Dollar kann BP seine Zahlungen in einen 20 Milliarden Dollar schweren Entschädigungsfonds bereits 2012 und damit ein Jahr früher als geplant einstellen. Das wiederum und die gestiegenen Einnahmen aufgrund des höheren Ölpreises versetzte BP in die Lage, die Ausschüttung an die Aktionäre zu erhöhen. Für das vierte Quartal zahlt BP eine Dividende von acht Cent. Im vergangenen Jahr waren es sieben Cent gewesen, nur die Hälfte des Niveaus von vor der Katastrophe.

Wegen der Zahlung von Anadarko kletterte der Gewinn vor Bestandswertveränderungen im vierten Quartal um 65 Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar. Alle Einmaleffekte herausgerechnet betrug der Zuwachs 14 Prozent auf knapp fünf Milliarden Dollar. Auch die Konkurrenten Exxon und Shell profitierten unlängst vom höheren Ölpreis.

BP räumte den Folgen der Ölpest zuletzt Priorität ein. Dazu verkaufte das Unternehmen Geschäftsbereiche, in deren Folge zum Jahresschluss die Produktion sank. Im kommenden Jahr will BP nun wieder mehr in die Erforschung neuer Quellen und Produktion stecken. Analysten zweifeln, ob dieses Vorhaben - auch von Shell und Exxon - die selben Renditen versprechen wie in der Vergangenheit. Die BP-Aktie gab 1,4 Prozent nach.

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