March 28, 2018 / 2:28 PM / a month ago

Notenbank gibt Geldhäusern mehr Zeit für Brexit-Planung

London (Reuters) - Die britische Notenbank verschafft im Land tätigen ausländischen Geldhäusern Planungssicherheit für die Übergangszeit nach dem Brexit.

Pedestrians walk past the Bank of England in the City of London, Britain, May 15, 2014. REUTERS/Luke MacGregor/File Photo

Finanzinstitute könnten davon ausgehen, dass sie in dieser Phase weitgehend so weiter arbeiten könnten wie bisher, teilte die Bank of England am Mittwoch mit. Erst mit dem Ende der Übergangszeit seien dann Genehmigungen der britischen Finanzaufsicht PRA erforderlich, die mit dem EU-Austritt des Landes zusammmenhängen. Der bevorstehende Brexit sorgt auf beiden Seiten des Ärmelkanals für erhebliche Unruhe in der Bankenzunft. Einer neuen Umfrage zufolge wollen Finanzfirmen aber weniger Arbeitsplätze aus London auf den Kontinent abziehen als ursprünglich geplant.

Mehr als 100 Banken im Finanzzentrum London sind Ableger von Geldinstituten, die ihren Sitz in der EU haben. Nach dem Brexit benötigen sie voraussichtlich eine britische Lizenz, um weiter in Großbritannien Bankdienstleistungen anbieten zu können. Der EU-Austritt der Briten steht im März 2019 an. In der daran anschließenden Übergangsperiode bis Ende 2020 muss sich Großbritannien an EU-Regeln halten, bewahrt sich dafür aber den Zugang zum EU-Binnenmarkt und zur Zollunion.

In vielen Geldinstituten war Unsicherheit aufgekommen, da die Übergangszeit noch nicht in trockenen Tüchern ist, solange nicht alle Staaten die Übereinkunft zwischen der EU und Großbritannien ratifiziert haben. Dies dürfte erst im Herbst der Fall sein.

Der EU-Austritt wird sehr wahrscheinlich auch eine Verlagerung von Arbeitspätzen zur Folge haben. Nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter 119 Finanzfirmen, sollen 5000 Jobs wegen des Brexit bis März 2019 aus der britischen Hauptstadt abgezogen oder in der EU-27 neu geschaffen werden. Allerdings hatten sie vor einem halben Jahr noch doppelt so viele Umzüge erwartet. Paris hat inzwischen Frankfurt überholt und ist zum populärsten Abwanderungsziel aufgestiegen. In der französischen Hauptstadt sollen der Erhebung zufolge 2280 Arbeitsplätze entstehen, in Frankfurt 1420, gefolgt von Dublin (612) und Luxemburg (407).

Mehr als die Hälfte der Firmen erklärten, sie würden wegen des Brexit ihr Geschäft umbauen und Stellen verlagern müssen. Ein Viertel erwartet keine Folgen und ein weiteres Viertel weiß noch nicht, ob sie vom Brexit betroffen ist oder sondiert noch verschiedene Möglichkeiten. Die meisten Antworten gingen allerdings noch vor der vor kurzem erzielten Grundsatzeinigung zwischen Großbritannien und der EU ein.

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