October 2, 2018 / 7:57 AM / 2 months ago

May fordert vor Johnson-Rede Rückhalt für ihren Brexit-Kurs

FILE PHOTO: Britain's Prime Minister Theresa May sits next to Britain's Foreign Secretary Boris Johnson as she holds the first Cabinet meeting following the general election at 10 Downing Street, in London June 12, 2017. REUTERS/Leon Neal/Pool/File Photo

Birmingham (Reuters) - Vor dem Auftritt ihres parteiinternen Rivalen Boris Johnson auf dem Parteitag der Konservativen hat die britische Regierungschefin Theresa May ihre Position zum Brexit bekräftigt.

Man arbeite an einem guten Abkommen zum Austritt Großbritanniens aus der EU, sagte May am Dienstag der BBC am Rande des Parteitags in Birmingham. Ziel sei ein reibungsloser Handel. Zudem haben man Vorstellungen der Wirtschaft berücksichtigt. May rief dazu auf, auch die Sorgen der Europäischen Union über die Brexit-Vorschläge der Briten genau anzuschauen. Die EU sei nicht die Sowjetunion. May bezog sich damit auf Äußerungen ihres Außenministers Jeremy Hunt, der die EU mit der Sowjetunion verglichen hatte. Ein zweites Brexit-Referendum lehnte sie erneut ebenso ab wie Neuwahlen. Sie wolle ihr Amt lange ausüben.

Führende Vertreter der britischen Regierung hatten die zerstrittenen Tories am Montag zur Geschlossenheit und Unterstützung von Mays Brexit-Kurs aufgefordert. Der frühere Außenminister Johnson lässt bei seiner Kritik an Mays Vorgehen allerdings nicht locker. Johnson würde den EU-Austritt um mindestens sechs Monate verschieben, sollte er Regierungschef werden, berichtete die Zeitung “Sun”. Auf dem Parteitag will Johnson am frühen Nachmittag in seiner Rede die Delegierten aufrufen, wieder an die konservativen Werte zu glauben. Johnsons Rede könnte die Aufrufe zur Geschlossenheit überschatten.

Die Tories sind wegen des Brexit tief gespalten. Auch bei den 27 EU-Partnern und der EU-Kommission stoßen Mays Pläne auf Ablehnung. Sechs Monate vor dem angepeilten EU-Austrittstermin Ende März stocken daher die Verhandlungen über ein Brexit-Abkommen. Ohne eine solche Vereinbarung droht ein ungeregelter Abschied aus der Staatengemeinschaft und mit großen politischen und wirtschaftlichen Verwerfungen.

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