February 26, 2018 / 2:12 PM / 7 months ago

Labour-Chef will Zollunion mit EU nach dem Brexit

Coventry (Reuters) - Der britische Oppositions-Chef Jeremy Corbyn will Großbritannien nach dem Ausstieg aus der Europäischen Union (EU) in einer Zollunion mit den verbleibenden 27 EU-Ländern halten.

Labour Party Jeremy Corbyn, gives a speech on Brexit at the National Transport Design Centre at Coventry University, Britain February 26, 2018. REUTERS/Darren Staples

In Coventry plädierte der Labour-Chef am Montag für eine neue und starke Beziehung zum Binnenmarkt, die einen zollfreien Zugang beinhalte. Das würde auch eine sogenannte harte Landgrenze zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland verhindern helfen. Labour würde zudem flexibler als Premierministerin Theresa May beim Thema Migration sein, sagte Corbyn und ging damit auf Sorgen der Wirtschaft um ausländische Arbeitskräfte nach dem Brexit ein.

May lehnt eine Zollunion mit der EU 27 ab. Ihr Sprecher bekräftigte am Montag, damit wolle Großbritannien frei dafür sein, neue Handelsabkommen mit schnell wachsenden Ländern wie China und Indien zu schließen.

FREITAG WILL MAY GROSSE BREXIT-REDE HALTEN

Zwar steht auch Corbyn wie May für einen Austritt aus der EU. Mit seiner Rede zielte er aber darauf ab, die Autorität Mays zu untergraben, gegen die eine kleine Gruppe pro-europäischer Rebellen in den Reihen der Torys aufbegehrt. “Ich appelliere an die Abgeordneten aller Parteien, bereit zu sein, die Interessen der Menschen über ideologische Fantasien zu stellen”, sagte der Labour-Chef. Seine Partei würde keine Brexit-Abmachung unterstützen, die Arbeitsplätzen, Rechten und Lebensstandard dauerhaften Schaden zufügen würden.

May ist als Chefin einer Minderheitsregierung ohne eigene Mehrheit im Parlament angreifbar. Die Rebellen könnte sie bei einer Abstimmung im Parlament über Änderungen am Handelsgesetz zu Fall bringen, wenn sie mit der Opposition stimmen. Ein Datum für die Abstimmung steht allerdings noch nicht fest. Handelsminister Liam Fox hat angekündigt, die Regierung wolle das Votum aufschieben, um mehr Zeit für Überzeugungsarbeit bei kritischen Abgeordneten in ihren Reihen zu haben.

May will ihre Pläne für die Beziehungen Großbritanniens zur EU nach dem Brexit am Freitag in einer Grundsatzrede vorstellen. Am Donnerstag will sie ihre Linie in einer Sondersitzung des Kabinetts abstimmen. Am selben Tag ist auch ein Treffen mit EU-Ratspräsident Donald Tusk geplant. Dieser hatte die Vorstellungen Mays über die Beziehungen nach dem Austritt nach dem Gipfel der EU 27 am vergangenen Freitag als reine Illusion abgeschmettert.

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